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Kettner: Reisefreiheit braucht europaweite Lösung

„Mit Tag eins der Pandemie haben wir in der EU in Windeseile begonnen, unseren Binnenmarkt aufzugeben. Während Länder mit großem Inlandsmarkt wie China oder die USA Schritt für Schritt wieder auf die Hotelauslastung vor Corona zusteuern, gerät Europa ins Hintertreffen“, erklärt Kettner. Dies sei eine besondere Gefahr für ein kleines Tourismusland wie Österreich, wo 2020 bereits deutlich gezeigt habe, dass der Inlandsmarkt allein nicht ausreichend Potenzial berge – unabhängig davon, ob sich um Städtetourismus oder Wintertourismus handle. „Schon vor Ausbruch der Pandemie kam bereits ein Drittel aller Inlandsnächtigungen in Österreich aus dem Großraum Wien. Für Wien, das 2019 noch 17,6 Millionen Nächtigungen zählte, von denen über 80% aus dem Ausland kamen, geht sich eine Reaktivierung durch Inlandsaufkommen schon allein rechnerisch nicht aus“, so Kettner.

Europa wieder als einen Markt sehen

„Die Spielregeln im globalen Tourismus werden gerade neu geschrieben, die Marktanteile neu aufgeteilt. Wir müssen Europa wieder als das sehen, was wir jahrzehntelang aufgebaut haben: als einen gemeinsamen Markt. Ein staatenübergreifendes Reiseprotokoll und ein einheitlicher Impfpass – idealerweise unter Einbindung von Großbritannien und Israel – können zur Stimulierung das Tourismus beitragen, bis in weiterer Folge auch die Fernmärkte zurückkommen“, begrüßt der Tourismusdirektor jüngste Aktivitäten zum „Grünen Pass“ auf europäischer Ebene. Zugleich betont Kettner die Tatsache, dass die internationale Visitor Economy schon einen Schritt weiter sei: „Initiativen wie der IATA Travel Pass, der ‚Common Pass‘ des Weltwirtschaftsforums sowie Teststrategien, die einzelne Airlines mittlerweile schon in der Probephase umsetzen, weisen den Weg.“

Städtetourismus: Hotelöffnung braucht Grenzöffnung

In den vergangenen zehn Jahren – bis zum Ausbruch der Pandemie – wuchsen die Nächtigungen in ganz Österreich um rd. 22%, in den Landeshauptstädten hingegen um rd. 55%, in Wien sogar um 62%. Die Medien- und Hospitality-Marke „Time Out“ hat soeben die Ergebnisse ihrer ersten globalen Reise-Umfrage unter mehr als 21.000 Personen präsentiert: Mehr als ein Drittel der Befragten gab an, noch in diesem Jahr eine Städtereise zu planen. Potenzial, das Kettner nutzen will: „Der Städtetourismus war vor Corona klare Triebfeder einer erfolgreichen Visitor Economy – und kann wieder zur Reaktivierung der Wirtschaft beitragen, wenn wir jetzt die richtigen Schritte setzen. Eine Öffnung der Stadthotellerie muss sinnvollerweise von einer Öffnung der europäischen Grenzen begleitet werden. Sonst ist zu wenig Publikum da, um ertragreich wirtschaften zu können.“

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