Wiener Konzerthaus: Publikum auf Sitzbank vor dem Konzertsaal

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Hörbehinderungen und Gehörlosigkeit

Hörbehinderungen reichen von leichtem Hörverlust bis hin zur vollständigen Gehörlosigkeit und treten besonders häufig im höheren Lebensalter auf. Herausforderungen entstehen vor allem dann, wenn wichtige Informationen ausschließlich akustisch vermittelt werden – etwa beim Check-in, bei Durchsagen oder bei sicherheitsrelevanten Hinweisen. 

Praktische Tipps zur Unterstützung: 

Direkten Blickkontakt haltenLippenbild und Körpersprache einsetzen. Das gesprochene Wort kann durch diese Kommunikationsebenen wertvoll ergänzt werden.
Deutlich sprechenLangsam, klar, aber nicht übertrieben. Dadurch entsteht Raum für Verständnis.
Schriftliche Kommunikation anbietenWichtige Inhalte bei Bedarf schriftlich festhalten, etwa auf Papier oder digital. So lassen sich auch komplexere Informationen einfach vermitteln. 
Visuelle Signale nutzenSicherheitsrelevante Hinweise, etwa bei Brandmeldeanlagen, sollten zusätzlich durch visuelle Alarmsignale wie Blitzleuchten unterstützt werden. 

Technische Unterstützung für Gäste mit Hörgeräten – Induktionsanlage 

Eine Induktionsanlage (induktive Höranlage) ist ein Hilfssystem für Menschen mit Hörgeräten. Sie überträgt Ton- und Sprachinformationen beispielsweise bei direkten Beratungen oder auch in Kinos, im Theater, bei Veranstaltungen oder Events. Die Übertragung erfolgt drahtlos direkt ans Hörgerät. Somit gibt es keine Verzerrungen oder Störungen durch Hintergrundgeräusche oder Raumhall 

Hinweisschild zur Kennzeichnung von induktiven Höranlagen: 

Piktogramm einer Induktionsschleife für Gehörlose
© Induktionsschleife.at

Kompatibilität prüfenDie Nutzung setzt voraus, dass Hörgeräte oder Cochlea-Implantate über eine sogenannte T-Spule verfügen. Gegebenenfalls sollte geklärt werden, ob die Geräte diese Funktion unterstützen. 
Übertragung testenViele Hörgeräte ermöglichen eine individuelle Lautstärkeeinstellung. Vor Beginn eines Gesprächs oder einer Beratung sollte kurz überprüft werden, ob die Übertragung für die Person gut hörbar und verständlich ist. 
Reichweite beachtenInduktionsanlagen haben eine begrenzte Reichweite. In der Regel funktioniert die Übertragung innerhalb eines Bereichs von etwa ein bis fünf Metern rund um die Anlage oder entlang der installierten Schleife. 
Störungen vermeidenGroße Metallgegenstände oder elektronische Geräte können das Magnetfeld beeinflussen. Zwischen Anlage und Hörgerät sollten daher möglichst keine störenden Hindernisse liegen. 
Sichtbarkeit und Kompetenz sicherstellenEin gut sichtbares Symbol weist Gäste auf die vorhandene Induktionsanlage hin. Zusätzlich ist es hilfreich, wenn Mitarbeitende mit der Funktionsweise der Anlage vertraut sind und sie im Servicealltag sicher einsetzen.

 

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