Hörbehinderungen und Gehörlosigkeit
Hörbehinderungen reichen von leichtem Hörverlust bis hin zur vollständigen Gehörlosigkeit und treten besonders häufig im höheren Lebensalter auf. Herausforderungen entstehen vor allem dann, wenn wichtige Informationen ausschließlich akustisch vermittelt werden – etwa beim Check-in, bei Durchsagen oder bei sicherheitsrelevanten Hinweisen.
Praktische Tipps zur Unterstützung:
| Direkten Blickkontakt halten | Lippenbild und Körpersprache einsetzen. Das gesprochene Wort kann durch diese Kommunikationsebenen wertvoll ergänzt werden. |
| Deutlich sprechen | Langsam, klar, aber nicht übertrieben. Dadurch entsteht Raum für Verständnis. |
| Schriftliche Kommunikation anbieten | Wichtige Inhalte bei Bedarf schriftlich festhalten, etwa auf Papier oder digital. So lassen sich auch komplexere Informationen einfach vermitteln. |
| Visuelle Signale nutzen | Sicherheitsrelevante Hinweise, etwa bei Brandmeldeanlagen, sollten zusätzlich durch visuelle Alarmsignale wie Blitzleuchten unterstützt werden. |
Technische Unterstützung für Gäste mit Hörgeräten – Induktionsanlage
Eine Induktionsanlage (induktive Höranlage) ist ein Hilfssystem für Menschen mit Hörgeräten. Sie überträgt Ton- und Sprachinformationen beispielsweise bei direkten Beratungen oder auch in Kinos, im Theater, bei Veranstaltungen oder Events. Die Übertragung erfolgt drahtlos direkt ans Hörgerät. Somit gibt es keine Verzerrungen oder Störungen durch Hintergrundgeräusche oder Raumhall.
Hinweisschild zur Kennzeichnung von induktiven Höranlagen:
| Kompatibilität prüfen | Die Nutzung setzt voraus, dass Hörgeräte oder Cochlea-Implantate über eine sogenannte T-Spule verfügen. Gegebenenfalls sollte geklärt werden, ob die Geräte diese Funktion unterstützen. |
| Übertragung testen | Viele Hörgeräte ermöglichen eine individuelle Lautstärkeeinstellung. Vor Beginn eines Gesprächs oder einer Beratung sollte kurz überprüft werden, ob die Übertragung für die Person gut hörbar und verständlich ist. |
| Reichweite beachten | Induktionsanlagen haben eine begrenzte Reichweite. In der Regel funktioniert die Übertragung innerhalb eines Bereichs von etwa ein bis fünf Metern rund um die Anlage oder entlang der installierten Schleife. |
| Störungen vermeiden | Große Metallgegenstände oder elektronische Geräte können das Magnetfeld beeinflussen. Zwischen Anlage und Hörgerät sollten daher möglichst keine störenden Hindernisse liegen. |
| Sichtbarkeit und Kompetenz sicherstellen | Ein gut sichtbares Symbol weist Gäste auf die vorhandene Induktionsanlage hin. Zusätzlich ist es hilfreich, wenn Mitarbeitende mit der Funktionsweise der Anlage vertraut sind und sie im Servicealltag sicher einsetzen. |