Bunte Kacheln des Dachs des Wiener Stephansdoms

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Wien-Presse-Info – Juni 2026 Bäume und moderne Kältetechnik für Wiens Stadtklima

Bäume in der Stadt 

Wien zählt im europäischen Vergleich zu den grünsten Großstädten. Rund die Hälfte des Stadtgebiets besteht aus Grünflächen – darunter der Wienerwald im Westen, die Lobau mit ihren Auwäldern im Osten sowie über 1.000 Parkanlagen im gesamten Stadtgebiet. Ergänzt werden diese großräumigen Grünstrukturen durch urbane Naherholungsräume wie den grünen Prater oder den Lainzer Tiergarten. Diese Flächen sind nicht nur Rückzugsorte, sondern auch zentrale Elemente der städtischen Klimaregulation. 

Mit dem fortschreitenden Klimawandel gewinnen Stadtbäume zusätzlich an Bedeutung. Versiegelte Flächen, dichte Bebauung und zusätzliche Wärmequellen wie Verkehr führen in urbanen Räumen zu sogenannten Hitzeinseln. Besonders in innerstädtischen Bereichen heizen sich Straßen und Plätze stark auf, während nächtliche Abkühlung zunehmend ausbleibt. Bäume wirken diesen Entwicklungen aktiv entgegen: Durch Beschattung und Verdunstung können sie die Umgebungstemperatur lokal um mehrere Grad Celsius senken und so zur Minderung von Hitzebelastungen beitragen. 

Die Stadt Wien reagiert darauf mit einer umfassenden Strategie zur Stärkung der grünen Infrastruktur. Neben der gezielten Neupflanzung von Bäumen werden auch Dach- und Fassadenbegrünungen sowie Entsiegelungsmaßnahmen vorangetrieben. Ziel ist es, die Stadt klimaresilient weiterzuentwickeln und die Lebensqualität langfristig zu sichern. Unter dem Programm „Raus aus dem Asphalt“ werden in allen Bezirken Maßnahmen umgesetzt, die Straßenräume aufwerten, neue Grünflächen schaffen und bestehende Hitzeinseln reduzieren. 

Auch der Schutz bestehender Bäume spielt eine zentrale Rolle. Mit dem Wiener Baumschutzgesetz und einem umfassenden Baumkataster ist der Bestand von rund 480.000 Bäumen dokumentiert und rechtlich abgesichert. Das Wiener Straßenbaum-Sortiment der Wiener Stadtgärten wird laufend evaluiert und angepasst. Es besteht derzeit aus 25 hitzetoleranten Baumsorten. Das heißt, diese Bäume kommen mit erhöhten Temperaturen besser zurecht. Insgesamt sind in ganz Wien bis zu 150 Baumsorten in verschiedenen Gattungen und Arten zu finden. Ergänzend dazu gewinnen neue Konzepte wie das Schwammstadt-Prinzip an Bedeutung, um Wasser im urbanen Raum besser zu speichern und Bäume langfristig zu versorgen. Bäume sind damit nicht nur Teil der Stadt – sie sind ein aktives Systemelement im städtischen Klimahaushalt. Ihre Wirkung entfaltet sich langsam, aber nachhaltig. Jeder neu gepflanzte Baum ist somit eine Investition in die Zukunft: für Schatten an heißen Tagen, bessere Luft und ein dauerhaft lebenswertes Stadtklima in Wien. 

1.800 öffentliche Trinkbrunnen 

Zur Abkühlung zwischendurch tragen zahlreiche öffentliche Trinkbrunnen überall in der Stadt bei. Mit 1.800 Trinkbrunnen hat Wien mehr öffentliche Trinkbrunnen als ganz Deutschland (Stand 2025: 1.500). Die hohe Anzahl an Trinkbrunnen zeigt sich auch im Vergleich mit anderen Städten. Mit 90 Trinkbrunnen pro 100.000 Einwohner:innen zählt Wien innerhalb der EU zu den Städten mit der höchsten Dichte an öffentlichen Trinkbrunnen. Paris beispielsweise kommt auf 59 und Berlin auf 6 Trinkbrunnen pro 100.000 Einwohner:innen. Neue Trinkbrunnen-Standorte werden vor allem in den Stadterweiterungsgebieten und bei der Neugestaltung von Plätzen und Straßen erschlossen. 

Besonders im Sommer leisten die öffentlichen Trinkbrunnen und die 75 „Brunnhilden“ mit Sprühnebel auf Knopfdruck einen wichtigen Beitrag zur Erfrischung. Zusätzlich gibt es 100 „Sommerspritzer“ – das sind Nebelstelen, die an Hydranten montiert werden. Diese Sommerspitzer sprühen vollautomatisch kühlenden Sprühnebel in den heißesten Stunden. 

Kühlung der Zukunft: Wien setzt auf Fernkälte 

Darüber hinaus verfügt Wien über eines der am weitesten entwickelten Fernkältesysteme Europas. Derzeit sind 25 Kältestandorte in Betrieb, davon acht leistungsstarke und energieeffiziente Fernkältezentralen mit Fernkältenetz. Bereits mehr als 220 Gebäude – darunter öffentliche Einrichtungen, Kulturstandorte, Hotels sowie energieintensive Nutzungen wie Rechenzentren und Großküchen. Das Leitungsnetz umfasst etwa 30 Kilometer und wird kontinuierlich erweitert. Ein zentrales Element bildet der rund 4,7 Kilometer lange Fernkältering unter der Ringstraße, der bekannte Wiener Ringbauten wie die Universität Wien, das Rathaus, das Parlament, die Staatsoper, das Museum für angewandte Kunst (MAK), das Ronacher und das Hotel Sacher miteinander verbindet. 

Über die Kältezentrale Schottenring können somit insgesamt 400.000 Quadratmeter gekühlt werden. Gebäude werden über eigens installierte Kühlsysteme mit Wasser gekühlt. Danach läuft das erwärmte Wasser in die Kältezentrale zurück, wo es wieder abgekühlt wird und anschließend zurück in den Kreislauf entlassen werden kann. Die Rückkühlung der Maschinen erfolgt je nach Verfügbarkeit über Flusswasser oder Kühltürme. So kann beispielsweise das Wasser aus dem Donaukanal über Einlaufbauwerke dazu genutzt werden. Besonders in kühleren Monaten kann die niedrige Wassertemperatur dazu beitragen, dass der Einsatz energieintensiver Kältemaschinen deutlich reduziert wird. 

Aktuell wird die Infrastruktur gezielt für zunehmende Hitzebelastungen ausgebaut. Dazu zählen Wartung, Austausch alter Aggregate sowie die Erweiterung von Anlagenkapazitäten. An einzelnen Standorten, etwa am Schottenring, werden bestehende Systeme durch leistungsstärkere und effizientere Maschinen ersetzt. Insgesamt investiert Wien rund 90 Millionen Euro in Ausbau und Modernisierung der Fernkälte. Ziel ist eine Steigerung der Leistung von derzeit etwa 240 Megawatt auf rund 370 Megawatt bis 2030. 

Fernkälte ist dabei längst nicht nur ein sommerliches Komfortsystem, sondern eine ganzjährige Infrastruktur. Krankenhäuser wie das AKH, Veranstaltungsorte, Bürogebäude und Rechenzentren sind dauerhaft auf stabile Kühlleistungen angewiesen – unabhängig von der Außentemperatur. 

Mit zunehmenden Hitzetagen und Tropennächten steigt der Kühlbedarf in der Stadt kontinuierlich. Fernkälte trägt dazu bei, diese Belastung zu reduzieren, Stromspitzen abzufedern und die Funktionsfähigkeit urbaner Räume auch unter Extrembedingungen zu sichern. 

Weitere Informationen: 

Informationen zum Wiener Baumsortiment: https://www.wien.gv.at/umwelt/baumsortiment 

Trinkbrunnen und Nebelduschen: https://wien.orf.at/stories/3349606/  

Fernkälte: https://www.wienenergie.at/ueber-uns/unternehmen/energie-klimaschutz/energieerzeugung/fernkaelte/  

Besichtigungen Fernkältezentrale Spittelau: https://www.wienenergie.at/privat/erleben/standorte/fernkaelte-zentrale-spittelau/ 

Kontakt:

WienTourismus
Isabella Rauter
Internationale Presse
Tel. (+ 43 1) 211 14-301

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