Bunte Kacheln des Dachs des Wiener Stephansdoms

Zurück zu:

Wien-Presse-Info – Juni 2026 25 Jahre MuseumsQuartier Wien

Es war ein Kultur-Spektakel, wie es die Wiener:innen zuvor noch nicht erlebt hatten: das dreitägige Eröffnungsfest unter dem Motto „Barock Meets Cyperspace“. Mit Lasershows, waghalsigen Tanzperformances, DJ-Beats and Sounds, die in der ganzen Innenstadt zu hören waren, jeder Menge Pyrotechnik und einem breit gefächerten Kulturprogramm wurde das MuseumsQuartier Wien (MQ) Ende Juni 2001 nach zweijähriger Bauzeit seiner Bestimmung übergeben. Zu dieser Zeit bezog die Kunsthalle Wien ihr neues Haupthaus in der ehemaligen Winterreitschule der Hofstallungen, die durch einen Neubau ergänzt wurde. Im September 2001 folgten in einer zweiten Phase die feierlichen Eröffnungen von mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien und Leopold Museum sowie von Tanzquartier Wien, WIENXTRA-Kinderinfo und ZOOM Kindermuseum. 

Seitdem gehört das MuseumsQuartier Wien mit 90.000 m² und über 50 kulturellen Institutionen neben dem Centre Pompidou in Paris und der Berliner Museumsinsel zu den größten und bekanntesten Kunst- und Kulturarealen Europas.  

Jubiläumsprogramm 

Das Jubiläumsjahr 2026 steht unter dem Motto „Generation MQ“. Zum 25. Geburtstag wird eine lange, offene Erzählung einer Gemeinschaft von Menschen gefeiert, die den Ort MQ selbst als lebendiges Kunstwerk begreifen. Highlights aus dem Jubiläumsprogramm sind: 

  • Ausstellung „Vision und Widerstand – Wie das MuseumsQuartier Wien veränderte" im MQ Freiraum (30.6.2026-25.1.2027) 

  • Hof Kunst Fest anlässlich 25 Jahre MQ am 2.7. mit einem Programm aus Lesungen, Konzerten, Führungen und künstlerischen Interventionen, das sich über das gesamte Areal erstreckt. Mit dabei: die O-Töne mit Dimitri Dinev & Band, Re-enactment von Peter Sandbichler, Doris Uhlich mit einer Solo-Performance und viele mehr. 

  • Symposium Museen gestalten Zukunft" am 29.9. zu zentralen Zukunftsfragen des Museumbetriebs: Internationale und nationale Expert:innen diskutieren mit Kulturschaffenden Themen wie die Rolle von Kunst und Wissenschaft, Zukunftsvisionen von Museen und der Anspruch einer aktiven Mitgestaltung gesellschaftlicher Teilhabe. 

Von Ende Mai bis September finden auf der neuen, begrünten Sommerbühne im MuseumsQuartier zahlreiche Events und Konzerte statt. Die Musikreihe MQ Tunes präsentiert ab 3.6. junge, aufstrebende Bands aus Österreich. Das Literaturfestival O-Töne und das Filmfestival frame[o]ut ergänzen das Angebot im MQ. 

Sonderausstellungen in den Museen 

Auch die großen Museen im MQ schließen sich den Feierlichkeiten an und zeigen während der Sommermonate herausragende Ausstellungen. 

Im mumok startet am 20.6. die mit Spannung erwartete erste Ausstellung der neuen Direktorin Fatima Hellberg. Im Fokus von Terminal Piece steht die gleichnamige Installation der US-Künstlerin, Aktivistin und Schriftstellerin Kate Millett aus dem Jahr 1972. Die Ausstellung möchte ein neues Kapitel für das Museum aufschlagen, sie umfasst fünf Stockwerke, Werke aus der Sammlung werden neu konzipierten Arbeiten gegenübergestellt (bis 7.2.2027). 

Das Leopold Museum widmet zum 25. Geburtstag einer seiner Geburtshelferinnen eine Sonderschau: der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), die 1994 einen entscheidenden finanziellen Beitrag zur Gründung der Leopold Museum Privatstiftung leistete. Premiere! zeigt eine Auswahl der umfassenden Kunstsammlung der Bank mit Werken der österreichischen Malerei und Skulptur von 1918 bis heute (bis 11.10.). 

Und die Kunsthalle Wien zeigt derzeit an ihren beiden Standorten MQ und Karlsplatz Lebt und arbeitet in Wien. Contemporary Art from Vienna – und damit ihre größte Überblicksausstellung zur Wiener Gegenwartskunst seit mehr als zehn Jahren. Über 130 Kunstwerke von 56 in Wien lebenden und arbeitenden Künstler:innen aus den Genres Malerei, Skulptur, Installation, Zeichnung, Fotografie, Performance, Ton, Film und Video sind zu sehen. Die Ausstellung findet zum fünften Mal statt (bis 26.10.2026). 

Visionäre Umgestaltung 

Die Geschichte des heutigen MuseumsQuartiers begann vor 300 Jahren. Es wurde im 18. Jahrhundert als kaiserliche Hofstallungen erbaut, die Pläne hierfür stammten vom berühmten österreichischen Barock-Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach. Gemeinsam mit der Hofburg, der Neuen Burg und dem Kunst- und Naturhistorischen Museum sollte das Areal ursprünglich den Abschluss eines geplanten „Kaiserforums“ bilden. Das wurde jedoch nie realisiert. 

Nach dem Ende der Monarchie 1918 hatten die Hofstallungen ausgedient. Ab 1921 erhielt das weitläufige Areal als sogenannter „Messepalast“, als Ausstellungsraum für kommerzielle Messen, eine neue Bestimmung. Nach dem Auszug der „Messe Wien“ in den 1980er-Jahren gab es viele Überlegungen zur Nachnutzung. Nach langen Diskussionen wurde schließlich ein Architekturwettbewerb für ein Kunst- und Kulturzentrum ausgeschrieben. Die historische Architektur sollte um zeitgenössische Gebäude ergänzt werden. Die Architekten Laurids und Manfred Ortner gewannen den Wettbewerb. Ihr Entwurf war kühn: Ein Leseturm als kulturelles Wahrzeichen und Landmark, moderne Museumsbauten und eine offene, urbane Struktur sollten in der Stadtentwicklung Wiens eine neue Ära einläuten. Doch das Projekt polarisierte. Der ursprünglich geplante Lese- bzw. Bibliotheksturm scheiterte am Widerstand der Bevölkerung. Ortner und Ortner mussten das Gesamtprojekt architektonisch entschärfen. 

Kulturtempel und Open-Air-Wohnzimmer 

Heute ist das MQ ist aus der Kulturlandschaft Wiens nicht mehr wegzudenken. Es ist einerseits ein hochkarätiger Kunst- und Kulturort mit internationaler Strahlkraft. Das Spektrum reicht von bildender Kunst, Architektur, Musik, Mode, Theater, Tanz, Literatur, Kinderkultur bis hin zu Design und Fotografie. Andererseits ist das MQ ein niedrigschwelliger, jederzeit zugänglicher öffentlicher Raum, ein Ort der Begegnung und mit seinen Innenhöfen, Cafés, Schanigärten und Shops auch eine Oase der Entspannung und Erholung mitten in der Stadt. 

Die erste große Erweiterung seit der Eröffnung im Jahr 2001 erlebte das MuseumsQuartier mit der MQ Libelle. Die Kulturterrasse auf dem Dach des Leopold Museums wurde im September 2020 eröffnet. Sie bietet bei freiem Eintritt beste Aussichten über das Kulturareal und die Innenstadt bis hin zu den Wiener Hausbergen. Der geschwungene und voll verglaste Baukörper von Laurids Ortner wurde mit künstlerischen Interventionen von Brigitte Kowanz und Eva Schlegel als Gesamtkunstwerk angelegt. Im Terrassenbereich sorgen vor allem die ikonischen Beleuchtungskörper „Lichtkreise“ von Brigitte Kowanz für ein stimmungsvolles Ambiente. 

MQ – Work in Progress 

Heute, ein Vierteljahrhundert nach der Eröffnung, hat sich das MQ fest in die Wiener Stadtlandschaft eingeschrieben. Es ist beliebt, lebendig – und längst nicht fertig. Ganz im Gegenteil: Es hat noch Platz für ein neues Museum. So soll zukünftig das Haus der Geschichte (hdgö) im MQ ein Zuhause finden. Die Eröffnung des Neubaus in nachhaltiger Holzbauweise ist 2028 geplant. Bis 2030 soll das MQ außerdem klimaneutral werden. Die aktuelle Entsiegelung inklusive Begrünung der Innenhöfe ist eine von vielen Maßnahmen. Durch die natürliche Beschattung wird das Chillen auf den berühmten MQ Hofmöbeln, den so genannten Enzis, noch angenehmer. Die Enzis wurden zu einem Wahrzeichen des MQ und sind jedes Jahr in einer anderen Farbe gestaltet. Heuer in Punschkrapferl-Rosa und Sodazitrongelb. 

  • MuseumsQuartier Wien, Museumsplatz 1, 1070 Wien 

Detailprogramm unter www.mqw.at 

Kontakt:

WienTourismus
Isabella Rauter
Internationale Presse
Tel. (+ 43 1) 211 14-301

Logo: WACA-Zertifikat Silber