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Wien-Presse-Info – September 2022 Belvedere: Programm-Feuerwerk zum 300. Jubiläum

Wien, 1723: Das Obere Belvedere, der von Prinz Eugen von Savoyen bei Architekt Johann Lucas von Hildebrandt beauftragte und damals vor den Toren der Stadt gelegene Barock-Prachtbau, wird nach mehrjähriger Bauzeit fertiggestellt. Während das Schloss dem österreichischen Feldherren und Kunstliebhaber zu Lebzeiten vor allem zu Repräsentationszwecken dient, eröffnet es 1781 nach seinem Tod als Ausstellungsort der kaiserlichen Kunstsammlungen. Und damit als eines der ersten öffentlich zugänglichen Museen der Welt. Heute umfasst die Institution als Österreichische Galerie Belvedere (kurz: Belvedere) drei Museen: die beiden Schlösser, das Obere und Untere Belvedere, sowie das zeitgenössische Kunstmuseum Belvedere 21. 

Tradition und Aufbruch

Zum 300. Geburtstag kündigt das Belvedere ein dichtes und vielfältiges Programm an. Unter dem Motto „Goldener Frühling“ werden zwei Grundfeste der Institution aufgegriffen: Gold steht für die Tradition. Der heilige Frühling (ver sacrum), den die Wiener Secessionisten um 1900 prägten, als Zeichen für Aufbruch. Unter der Wahrung alter Grundsätze möchte man mit neuen Visionen in die Zukunft gehen. Das Jubiläumsprogramm spiegelt dieses Vorhaben wider.

Besonderes Augenmerk der Jubiläums-Aktivitäten liegt auf zwei Ausstellungs-Großprojekten, die beide im Unteren Belvedere vorbereitet werden. Bereits ab Dezember 2022 widmet sich das Haus mit der ganzjährigen Schau „Das Belvedere. 300 Jahre Ort der Kunst“ in der Orangerie seiner eigenen Geschichte. Die ist geprägt von Macht und Repräsentanz, von großen höfischen Festen und zeitgeschichtlich besonderen Ereignissen wie der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrags im Marmorsaal des Oberen Belvedere im Mai 1955. Die Ausstellung befasst sich darüber hinaus vor allem mit den über Jahrhunderte gewachsenen Sammlungen.

Eine pandemiebedingt verschobene Sonderausstellung wird Anfang Februar 2023 starten – „Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse …“. Im Fokus steht die Frage: Wer inspirierte das Wiener Jugendstil-Aushängeschild Gustav Klimt (1862-1918)? Gemeinsam mit dem Van Gogh Museum in Amsterdam werden die Spuren zu seinen künstlerischen Wegbereiter:innen zurückverfolgt. Die Ausstellung zeigt zahlreiche Gegenüberstellungen, insgesamt sind etwa 90 Werke Klimts und seiner Künstlerkolleg:innen zu sehen. Passend zum 300-Jahr-Jubliläum gestaltet das Obere Belvedere auch seine Schausammlung um. Im März 2023 erstrahlt sie in neuem Licht. Im Zentrum steht die Frage nach dem Verhältnis von Künstler:innen zu ihrer Zeit und wie ihre Arbeitsweisen die jeweiligen Epochen reflektieren.

Skulpturen, weibliche und junge Kunst

Das Jubiläumsjahr wird um ein umfangreiches Programm ergänzt, das sich zukunftsträchtig, divers und gesellschaftlich verantwortungsvoll präsentiert. Den Gründungsgedanken des Belvedere als modernes Museum aufgreifend, wird regionale und internationale Kunst gemeinsam gezeigt – und auch miteinander konfrontiert. Ein umfangreiches Skulpturenprojekt wird unter dem Titel „Public Matter. Zeitgenössische Kunst im Belvedere-Garten" von Mai bis September 2023 das barocke Skulpturenprogramm rund um die drei Standorte ergänzen. Geplant sind zudem Retrospektiven zu Künstlerinnen wie Louise Bourgeois, der Mutter der feministischen Avantgarde, im Unteren Belvedere sowie zu Renate Bertlmann im Belvedere 21. Und auch die junge Wiener Kunstszene wird in den Fokus gerückt, mit einer Neuauflage der 2019er-Ausstellung „Über das Neue“ – ebenfalls im Belvedere 21.

Begleitet wird das Jubiläums-Programm von Publikationen – etwa zum Museum und seiner Geschichte – sowie zahlreichen Veranstaltungen, Workshops und partizipativen Projekten. Auch Festakte und digitale Projekte sind in Vorbereitung. „Ausstellungschronik des Belvedere: 1924 - heute“ ist eines der geplanten digitalen Projekte. Hierdurch kann ein spannender Querschnitt der Sonderausstellungen der letzten 100 Jahre online erforscht werden.

Weltberühmte Kulturinstitution

Das Belvedere ist eine weit über die Grenzen des Landes bekannte Kulturinstitution, deren Äußeres genauso imponiert wie die Kunst im Inneren. Die beiden Schlossanlagen, das Obere und Untere Belvedere mit seiner verbindenden, prachtvollen Gartenanlage bilden eines der wichtigsten Ensembles des österreichischen Barocks. Der Komplex ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und einer der meistbesuchten Orte Österreichs. 

An den drei Standorten – 2002 wurde das „20er Haus“, das heutige Belvedere 21, eingegliedert – wird österreichische Kunst im internationalen Kontext präsentiert. Die weltberühmte Kunstsammlung umfasst Werke vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Das Belvedere besitzt die weltweit größte Gustav-Klimt-Gemälde-Sammlung (24 Gemälde) sowie prominente Werke des Wiener Biedermeier, des österreichischen Barock, der Epoche Wien um 1900 und des französischen Impressionismus.

Weitere Informationen: Österreichische Galerie Belvedere, Prinz-Eugen-Straße 27, 1030 Wien, www.belvedere.at  

Kontakt:

WienTourismus
Isabella Rauter
Internationale Presse
Tel. (+ 43 1) 211 14-301