Bunte Kacheln des Dachs des Wiener Stephansdoms

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Wien-Presse-Info – September 2022 Dynamik in Wiens Kulturbetrieb: die Neu- und Wiedereröffnungen 2022/23

Mythos Mozart: multimediales Erlebnis an Mozarts Sterbeort

Neu eröffnet am 16. September die interaktive, virtuelle Erlebniswelt Mythos Mozart. – Genau an jenem Ort, wo Mozart die „Zauberflöte“ und das Requiem komponierte und 1791 starb (heute Kärntner Straße 19, im Untergeschoß des Kaufhauses Steffl). Mozart lebte zehn Jahre in Wien – seine kreativsten.  

Die multimediale Begegnung mit dem Genie ist als 60-minütiger Rundgang angelegt: „Mozarts Requiem“ macht den Start – ein sakral anmutender Raum mit 1.500 Kerzen, Schattenprojektionen und Klängen. Ein gemaltes, animiertes 360-Grad-Panorama der Stadt zu Mozarts Zeit dominiert den zweiten Raum, „Mozarts Wien“. Im Raum „Mozarts Weltmusik“ wird interaktiv musiziert, in „Mozarts Genius“ ist seine Kreativität spürbar. Den Abschluss machen die fantastischen digitalen Bildwelten des letzten Raums: „Mozart Forever“.  

Mit Technik ins 18. Jahrhundert: Hinter der Zauberwelt steht ein internationales Team von Expert:innen und Künstler:innen. Die Bandbreite reicht von Arbeiten des britisch-deutschen Licht-Designers Moritz Waldemeyer über poetische Animationen, die in das historische Wien des Jahres 1791 entführen, bis zu einem Beitrag des in Los Angeles lebenden New-Media-Künstlers Refik Anadol, der Mozartbilder und -daten mit künstlicher Intelligenz zu digitalen Bildwelten verdichtet. Im Einsatz sind 50 Spezial-Projektoren, ein Dutzend Großbildschirme, rund 200 Lautsprecher sowie ein innovatives Raumakustik-System. Die Kombination aus Musik, darstellender Kunst, Architektur und Technologie – aufwendig inszeniert – macht Mythos Mozart einzigartig. 

Der Sound ist „Made in Vienna“. Student:innen der mdw - Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien (auf Platz 2 in den QS World University Rankings 2022) haben die Musik für das Projekt eingespielt. Botschafter:innen für Mythos Mozart sind Startenor Rolando Villazón, die aus Belgien stammende Elise Caluwaerts – zugleich Sopranistin und Model – sowie der Geigenvirtuose Aleksey Igudesman. Eng kooperiert Mythos Mozart zudem mit der Stiftung Mozarteum Salzburg, der Staatsbibliothek zu Berlin, der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, dem Mozarthaus Vienna und dem Wien Museum.  

Josephinum: Medizingeschichte neu

Ab 29. September öffnet das Josephinum, das die Sammlungen der Medizinischen Universität Wien beherbergt, nach knapp vierjährigen Renovierungsarbeiten wieder seine Tore. Das rundumerneuerte und vergrößerte Museum im 9. Bezirk bietet künftig rund 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. 

Das denkmalgeschützte Baujuwel des Klassizismus aus dem 18. Jahrhundert wurde umfassend saniert und weitestgehend in seinen Originalzustand versetzt. Ein besonderes Highlight ist der halbrunde, neun Meter hohe historische Hörsaal. Die Zwischendecke aus den 1940er Jahren wurde entfernt und originale Wandmalereien aus dem Jahr 1785 freigelegt. Auch der Vorplatz und der Eingangsbereich des Gebäudes wurden neugestaltet. 

Das Josephinum beheimatet eine der herausragendsten medizinhistorischen Sammlungen der Welt und blickt auf eine lange Tradition zurück: Kaiser Joseph II. ließ hier 1785 eine medizinisch-chirurgische Militärakademie errichten. Die von ihm in Florenz angekauften, weltberühmten anatomischen Wachsmodelle sind heute zentraler Bestandteil des Museums. Darüber hinaus können zahlreiche weitere medizinhistorisch bedeutende Bestände besichtigt werden, darunter Instrumente, Bilder, Bücher, Archivalien, Handschriften und Nachlässe. Zahlreiche Objekte werden nach der Wiedereröffnung erstmals im Josephinum gezeigt. 

Schütte-Lihotzky Zentrum: Museum für eine Architektur-Pionierin

Eine echte Wiener Vorreiterin wird museal geehrt: Architektin Margarete Schütte-Lihotzky. Ab Oktober kann die letzte Wohnung, die sie in der Franzensgasse in Wien-Margareten bewohnte, zweimal pro Woche besichtigt werden (dienstags und freitags). Schütte-Lihotzky lebte in der mittlerweile unter Denkmalschutz stehenden Wohnung, die sie einst selbst gestaltete, bis zu ihrem Tod im Jahr 2000. 

Während der letzten Monate wurde die 55-Quadratmeter-Wohnung (plus 35 Quadratmeter Terrasse) umfassend saniert. Neben Renovierungsarbeiten (z. B. im Bereich der Original-Wandfarben) wurden auch weite Teile der Ausstattung und der Einrichtung rekonstruiert. Darunter Lampen, Vorhänge, Tische oder die Textilbespannungen. Ein etwa 100 Jahre alter kirgisischer Wandteppich wurde von Expert:innen detailgenau restauriert und auch die große Terrasse saniert und bepflanzt. Durch den Besuch der Wohnung sollen Interessierte Einblicke in das Leben und Werk Schütte-Lihotzkys gewinnen. Das Museum versteht sich als Raum für Ausstellungen und Information, aber auch als Forschungsstelle zu verschiedenen Architekturpionierinnen. Hinter dem Projekt steht der Margarete Schütte-Lihotzky Club, ein 2013 gegründeter unabhängiger Verein.

Margarete Schütte-Lihotzky prägte ihre Zeit nachhaltig. Sie gilt als Pionierin des sozialen Wohnbaus, Verfechterin der Frauen- und Friedensbewegung und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Ihre bekannteste Erfindung – die als „Frankfurter Küche“ bekannte erste Einbauküche im Jahr 1926 – war ein Meilenstein. Darauf wollte die Adolf-Loos-Schülerin aber nie reduziert werden. Schütte-Lihotzky studierte als eine der ersten Frauen in Wien Architektur und gilt als erste, die den Beruf auch umfassend ausübte.

Infos und Pressebilder: www.schuette-lihotzky.at

Parlament: Neue Aus- und Einblicke

Wien gilt als Treffpunkt der Politik – hier werden stadt-, bundes- und weltpolitische Entscheidungen gefällt. Eines der wichtigsten politischen Zentren der Stadt ist das Parlamentsgebäude, der Sitz des österreichischen Nationalrats und Bundesrats. Im Januar 2023 soll die 2018 begonnene, komplette Generalsanierung abgeschlossen sein, das Prachtgebäude an der Ringstraße feiert seine Wiedereröffnung.

Künftig ist das Parlament verstärkt ein offener Ort für alle: Ein neues Besucher:innenzentrum gibt bei freiem Eintritt Einblick in die parlamentarische Arbeit. Neu ist auch eine verglaste Galerie mit Sicht auf den Plenarsaal. Hoch hinauf aufs Hohe Haus führt nun ein Weg aufs Dach zu einer frei zugänglichen Terrassenlandschaft mit beeindruckendem Wien-Panorama und Gastronomieangebot.

Errichtet wurde das Parlament zwischen 1874 bis 1883 nach den Plänen des Stararchitekten Theophil Hansen im Stil des Hellenismus, einem griechischen Tempel nachempfunden. Nach 140 Jahren wurden nun Schäden und Mängel behoben sowie das Gebäude technisch auf den neuesten Stand gebracht. So wurden 55.000 Quadratmeter Geschoßflächen, 740 Fenster und rund 600 historische Türen saniert. In neuem Glanz erstrahlen unter anderem der große Sitzungssaal, das Dach sowie der berühmte Pallas-Athene-Brunnen vor dem Parlament. Bei der Sanierung lag ein besonderer Fokus auf der Nachhaltigkeit: Abläufe wurden verbessert, Raumreserven genutzt und die Energieeffizienz gesteigert. Auch punkto Barrierefreiheit wurden zahlreiche Maßnahmen gesetzt.

Alte Post Wien: Eine Sinnesreise

Im Stubenviertel in der Wiener Innenstadt entsteht gerade ein neuer öffentlicher Kultur-Raum. Das als „Alte Post“ bekannte Gebäude, ein riesiger Komplex, der von 1850 bis 2011 der österreichischen Post als Zentrale diente, wird nach umfassenden Renovierungsarbeiten verschiedene Einrichtungen beheimaten: Wohnungen, Büros, Gastronomie, Hotel, Freizeiteinrichtungen und kulturelle Angebote. Nach und nach ziehen die Institutionen ein. Ein Coworking-Space machte im September 2022 den Anfang. Nach der Fertigstellung, die für Mitte 2023 geplant ist, soll ein vielseitiger, kosmopolitischer Hotspot mitten in der Innenstadt für die Bewohner:innen und Besucher:innen offenstehen.  

Die künstlerische Gestaltung des Areals übernimmt das Kreativteam SHA.ART – eine Expert:innengruppe rund um den Wiener Künstler und Wahrnehmungsforscher SHA. Derzeit entsteht ein mehrdimensionales Medienkunstwerk, das als 360-Grad-Art-Experience konzipiert ist und auf alle menschlichen Sinne wirken soll. Die Betrachter:innen können dabei eine Parallelwelt betreten und sowohl in die Zukunft als auch in die Vergangenheit blicken. Dabei werden futuristische Animationen genauso integriert wie die an Ort und Stelle gefundenen archäologischen Ausgrabungen – in Kooperation mit dem Wien Museum.  

Bis zur Fertigstellung finden quartalsweise mehrtägige Preview-Festivals statt, die öffentlich zugänglich sind und prototypisch Einblicke bieten wollen. Den Auftakt machte Anfang September der „Vienna Garden“ im großen Dominikanerhof, gemeinsam veranstaltet mit der Ars Electronica Linz. Das nächste „Mini-Festival“ ist für Dezember geplant, die Eröffnung des Gesamtkunstwerks dann für Mitte 2023. 

Kontakt:

WienTourismus
Isabella Rauter
Internationale Presse
Tel. (+ 43 1) 211 14-301