Workshop "Emerging Markets"

Auliana Poon, Port of Spain: "Das Internet hat Schlüsselfunktion"
Bilder in Druckqualität herunterladen

Dr. Poon hielt einleitend fest, dass diese "neuen Märkte" für die touristische Bearbeitung in vielerlei Hinsicht völlig andere Voraussetzungen aufweisen als die traditionellen, was auch bei der Wahl der dort einzusetzenden Maßnahmen zu berücksichtigen sei. Sie führte dies in der Gegenüberstellung der "reifen" Märkte mit jenen in Asien und Lateinamerika aus: Anders als die "reifen" - meist in der westlichen Welt gelegenen - Märkte sind die "neuen" charakterisiert durch eine rasant wachsende Bevölkerung mit deutlich geringerem Durchschnittsalter. Das potenzielle Reisepublikum dort stammt vorwiegend aus der höheren Bildungsschicht, hat noch wenig Reiseerfahrung, ist aber sehr neugierig. Es tendiert weniger zu Kurztrips und kurzfristigen Buchungen, sondern eher zu weit im Voraus gebuchten längeren Reisen.

Das Internet hat dabei sowohl als Informationsquelle als auch als Planungs-Tool absolute Schlüsselfunktion. Bei der Destinationswahl spielt die traditionelle Kombination "Sonne, Sand und Meer" hier nicht die Hauptrolle, sondern es geht um Statussymbolik, Shopping, Sightseeing, ja sogar um Sex. Auch der Verlauf der Reiseströme ist ein anderer - nicht Richtung Nord-Süd, sondern von Ost nach West (bzw. umgekehrt im Fall Brasiliens). Poon beschrieb die dortigen Reise-Ansprüche folgendermaßen: "Während es das Publikum aus den traditionellen Märkten zur wärmenden Sonne hinzieht, möchten die Reisenden aus diesen ‚neuen Märkten' menschlicher Wärme und Kultur begegnen und eine Destination nicht nur 'besuchen', sondern 'erleben' im Sinne von 'empfinden'''.

Gernot Ott, Bielefeld, gibt Hinweise für Angebots- und Vermarktungsstrategien in  BRIC-Staaten
Bild in Druckqualität herunterladen

Auf die einzelnen BRIC-Länder ging Dipl.-Vw. Gernot Ott näher ein, denn, wie er erklärte "hat jedes der drei Länder neben den beschriebenen Gemeinsamkeiten doch auch sehr spezifische Besonderheiten, die zu beachten sind, wenn man sich dort als Destination erfolgreich platzieren will." So ist zum Beispiel Brasilien aufgrund seiner Geschichte mit der europäischen Kultur und Lebensweise vertraut. Viele von dort anreisende Gäste besuchen Europa zum ersten Mal, und für sie haben neben Shopping, Nachtleben und Sport kulturelle Sehenswürdigkeiten durchaus beträchtlichen Stellenwert. Chinesen sind relativ unerfahren mit Besuchen fremder Länder und favorisieren daher Reisen in Gruppen - schon aus organisatorischen und sprachlichen Gründen. Sie unternehmen meist Rundreisen zu verschiedenen Destinationen, wobei Shopping eine große Rolle spielt. Indische Touristen wiederum haben durch ihre Englischkenntnisse kaum Kommunikationsprobleme. Sie sind an kulturellen Attraktionen, aber auch an Einkaufsmöglichkeiten interessiert. Da sie oft im Familienverbund reisen, sollten für sie entsprechende Angebote bereitgehalten werden. Neben diesen hatte er noch viele weitere Hinweise für gezielte Angebots- und Vermarktungsstrategien in den BRIC-Staaten im Köcher.

Präsentationen zum Workshop "emerging markets" herunterladen

Wiener Tourismuskonferenz 2011: The Urban Age

Teilen, bewerten und Feedback
Artikel bewerten
Artikel weiterempfehlen

Mit * gekennzeichnete Felder sind verpflichtend.
Die angegebenen Daten und E-Mail-Adressen werden nicht gespeichert oder weiterverwendet.

Von
an
Feedback an die wien.info Redaktion

Mit * gekennzeichnete Felder sind verpflichtend.

Anrede *
Anrede