Lebensstile der Zukunft führen zum Tod langweiliger Hotels

Wie er ausführte, hatten über fünf Jahrzehnte hindurch kettengebundene, weitgehend standardisierte Hotelkonzepte einen weltweiten Siegeszug aufzuweisen und nach Ende des Zweiten Weltkrieges überwiegend amerikanische Marken die Stadthotellerie erobert. Deren standardisierte Qualität garantierte den Gästen ein gewisses Maß an Komfort, Hygiene und Sicherheit - kurz die Abwesenheit unangenehmer Überraschungen.

Heute verlangt der Gast jedoch mehr als die Abwesenheit unliebsamer Überraschungen", so der Experte, „Er oder sie will positiv überrascht werden. Hotels sind ein Baustein des Reiseerlebnisses. Eine gute Matratze, eine saubere Dusche und ein konkurrenzfähiger Preis reichen nicht mehr. Immer mehr Gäste wünschen sich ein Gesamterlebnis, das ihren Lifestyle reflektiert. Design alleine genügt dafür nicht. Es geht um einen Mehrwert, der sich aus dem Gesamtprodukt und aus dem Gesamtangebot ergibt. Das Zimmer wird im Hotel zunehmend zur Nebensache, die nicht ausschlaggebend für die Buchung ist".

Als Beispiele für Hotels mit Lifestyle- und Mehrwerteffekt führte Widmann etwa das Hotel East in Hamburg an, wo die Bar und der Club bzw. das Restaurant im Vordergrund stehen und das Hotel als Treffpunkt mit hohem Flirt-Faktor fungiert. Beim 25hours in Frankfurt hob er dessen durchgängiges Branding hervor, das aus einer Kooperation der Hotelgruppe 25hours und der Jeansfirma Levis entstanden ist.

Auch in Wien wird Widmann fündig, unter anderem im Holmans Beletage, dessen lässige und intime Atmosphäre ihn ebenso anspricht wie das hoteleigene Kino und andere Extras. Angesichts des zunehmend härter werdenden Konkurrenzkampfs zwischen Destinationen und zwischen einzelnen Hotels rät er: „Nur Produkte die ein besonderes Erlebnis bieten, können sich differenzieren und somit am Markt erfolgreich bestehen. Die Zukunft gehört Hotels, die mehr bieten als nur Übernachtungen."

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