Wiener Tourismuskonferenz 2015: People.Planet.Profit

Nach der Begrüßung der Konferenz-TeilnehmerInnen durch Tourismusdirektor Norbert Kettner führte die Moderatorin der Veranstaltung Arabella Kiesbauer Einleitungsinterviews mit der Präsidentin des WienTourismus Vizebürgermeisterin, Wirtschafts- und Finanzstadträtin Mag.a Renate Brauner, dem Vizepräsidenten der Wirtschaftskammer Wien KommR Ing. Josef Bitzinger und Arbeiterkammerpräsident Rudolf Kaske.

Imperial & Co(ntemporary) – das Jahresmotto des WienTourismus für 2016 – stehe für die ganze Stadt, so Wiens Vizebürgermeisterin und Präsidentin des WienTourismus Renate Brauner. Auch das erfolgreichste Tourismusmarketing könne nichts erfinden, was eine Stadt nicht grundlegend besitze, und Wien verfüge eben über besonders viele Stärken, die sich allesamt entscheidend auf den Erfolg als Tourismus- und Kongressstadt auswirkten. Als Beispiele nannte sie die hohe Lebensqualität in der Stadt, Nachhaltigkeit, funktionierende Infrastruktur und Wiens reichhaltiges Kulturangebot. Man könne sich im Städtewettbewerb nur mit Qualität durchsetzen. Friede, Internationalität und Zusammenhalt in der Bevölkerung seien dafür grundlegende Voraussetzungen. Nachhaltigkeit und Profit seien kein Gegensatz. Ebensowenig widersprächen sich Solidarität und Wirtschaft, betonte Brauner im Zusammenhang mit den aktuellen Flüchtlingsbewegungen und rief zum Zusammenhalt auf. Den Wiener Tourismusbetrieben dankte sie für die bereits gezeigte Solidarität und tatkräftige Unterstützung dabei, die aktuelle Lage zu meistern.

Arbeiterkammer-Präsident Rudolf Kaske erinnerte sich in seinen Begrüßungsworten an seine ersten beruflichen Schritte – im Zeremoniensaal in der Hofburg, wo auch die Tourismuskonferenz stattfand, war er vor rund 40 Jahren als Koch im Catering am Werk. Er kenne die Anforderungen an Unternehmen und Beschäftigte im Tourismus aus eigener Erfahrung, ungewöhnliche Arbeitszeiten würden auch die städtische Infrastruktur fordern. Wien sei hier Spitzenreiter in Österreich, etwa bei den Angeboten der Kinderbetreuung oder dem gut funktionierenden öffentlichen Verkehr. MitarbeiterInnen und UnternehmerInnen im Tourismus gebühre Respekt für ihre Leistung. Nachdenklich stimmten Kaske neue Geschäftsmodelle im Bereich der Sharing Economy, weil sie das in Österreich traditionell gute Miteinander zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern einer Zerreißprobe aussetzten. Kaske plädierte dafür, weiter in Bildung zu investieren. Gut ausgebildete MitarbeiterInnen trügen wesentlich zum Erfolg Wiens bei. Außerdem kämen Gäste gerne nach Wien, gerade weil Wien eine weltoffene Stadt sei, in der man sich wohlfühlen könne.

Der Vizepräsident der Wirtschaftskammer Wien Josef Bitzinger konstatierte in Anspielung auf das Motto der Tourismuskonferenz „People.Planet.Profit“, dass der Profit auch die soziale Komponente beinhalte, denn ein gutes Miteinander zwischen UnternehmerInnen und MitarbeiterInnen sei die Basis dafür. Diese sei in Wiens Tourismusbranche gegeben, auch die Grundausbildung und Lehre im Tourismus stünden auf hohem Niveau, zusätzlich gebe es eine große Bandbreite an weiterführenden Ausbildungsstätten. Außerdem böte der Tourismus allen, die Arbeit mit unmittelbarem Kundenkontakt schätzen, hohe Jobsicherheit. Als einen wichtigen Aspekt von Wiens touristischem Erfolg nannte er auch die gute Stimmung in der Stadt, denn, so betone er, wenn die BewohnerInnen einer Destination nicht zufrieden wären, würde sich das negativ auf den Tourismus auswirken. Wien sei bezüglich des touristischen Wachstums jedenfalls gut unterwegs, nicht nur national, sondern auch im weltweiten Vergleich.

Tourismusdirektor Kettner berichtet über aktuelle Kennzahlen und die Tourismusentwicklung in Wien und gab einen Überblick über kommende Marketingprojekte des WienTourismus. Daniel Sieberg, Senior Marketing Manager und Global Head of Media Outreach bei Google, warf einen Blick auf „Tourism in the (Over)Connected Age“. Michel Couturier, Certified Destination Management Executive (CDME) und Managing Partner bei Marketing Challenges International New York City, blickte in seinem Vortrag „Destination Marketing. What’s next?“ auf internationale Entwicklungen in der Meetings-Industrie.

Das anschließende „Chillout“ nutzen die Gäste zum Netzwerken und Vertiefen der zuvor diskutierten Themen – großen Anklang fanden dabei auch die mit smarter Technologie ausgestatteten Kaffeehaustische, die der WienTourismus erstmalig im Rahmen seines heurigen Auftrittes bei der Art Basel eingesetzt hatte: Bei Benutzung erwachte deren dunkle Tischfläche zum Leben und lud zum Erkunden von hinterlegten Inhalten mit Wien-Bezug ein. Die Getränkeuntersetzter dienten dabei als Schlüssel.

Der schonende Umgang mit Ressourcen ist ein wichtiges Anliegen der Smart City Wien. Die Wiener Tourismuskonferenz 2015 erfüllte sämtliche Voraussetzungen für Green Meetings und wurde daher erstmals mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Hier haben Sie die Gelegenheit Ihr Feedback abzugeben

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