Wiener Tourismuskonferenz 2013: "Vienna grows smart"

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Diskutierten Aspekte städtischer „Smartheit“ (v.l.n.r.): Josef Bitzinger, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien // Norbert Kettner, Direktor WienTourismus // Rudolf Kaske, Präsident Arbeiterkammer // Renate Brauner, Vizebürgermeisterin, Wirtschafts- und Finanzstadträtin, Präsidentin WienTourismus // Boyd Cohen, Associate Professor Entrepreneurship, Sustainability & Smart Cities, Universiadad del Desarrollo, Santiago de Chile // Pablo S. Chillón, Urban Planner, Lawyer & CEO Eolexcitylab Spain, Alicante // Gerard Brown, International Tourism Director UBM plc, Manchester // Thomas Madreiter, Planungsdirektor und Smart City-Verantwortlicher der Stadt Wien
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Rund 450 Gäste waren der Einladung in die Wiener Stadthalle gefolgt, wo im Rahmen der Wiener Tourismuskonferenz 2013 Zukunftsperspektiven und Handlungsfelder für Wien als smarte Tourismusdestination erörtert wurden. Weltweit anerkannte Experten gingen als Gastreferenten auf diverse Aspekte städtischer „Smartheit“ ein und zeigten auf, wie Wien – schon jetzt laut Mercer-Studie lebenswerteste Stadt – durch eine nachhaltige, sozial verträgliche und technologisch zukunftsweisende Stadtentwicklung weitere Akzente in Richtung „Smart City“ setzen kann und was dies auch für den Tourismus bedeutet.

Renate Brauner, Vizebürgermeisterin, Wirtschafts- und Finanzstadträtin, Präsidentin WienTourismus
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Zur Eröffnung der Konferenz interviewte Moderator Gerald Votava namhafte RepräsentantInnen von Wiens Wirtschaft und Tourismus. Renate Brauner, Vizebürgermeisterin, Wirtschafts- und Finanzstadträtin sowie Präsidentin des WienTourismus, ging im Gespräch mit ihm auf die Themen Vielfalt und Vernetzung als Asset der Stadt Wien ein. Wien prosperiere, müsse sich aber immer aufs Neue Herausforderungen in den Bereichen Transport, Energie, Umwelt und soziales Gleichgewicht stellen. Letzteres stehe dabei im Zentrum, denn intelligente Antworten auf Zukunftsfragen seien stets solche, die eine für alle lebenswerte Gesellschaft ermöglichten. Deshalb gelte es, stets qualitätsvolle Lösungen zu finden, die die soziale Vielfalt berücksichtigen, und dabei auch das Ortstypische zu erhalten. Der Tourismus profitiere von Smartheit, leiste aber auch selbst Beiträge dazu. Als Beispiel führte Brauner etwa den Kongress-Tourismus an, insbesondere in Hinblick auf Wien als Hochburg für medizinische Kongresse. Zur gesamttouristischen Entwicklung Wiens gratulierte sie der Branche. Sie verwies aber auch darauf, dass der Wettbewerb nicht nur in der interantionalen Städte-Konkurrenz immer härter werde, sondern zur Zeit auch innerhalb der eigenen Destination besonder heftig sei, und daher der Umsatz die Nächtigungszuwächse konterkariere. Dazu gab sie zu bedenken: "Man soll dabei eines nicht aus den Augen verlieren: Wien ist nicht im Wettbewerb der Billigsten, sondern im Wettbewerb der Besten. Die öffentlichen Institutionen geben dabei Unterstützung, indem sie bestmögliche Rahmenbedingungen für Unternehmer herstellen, damit diese für entsprechenden Umsatz sorgen können."

Josef Bitzinger, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien
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Josef Bitzinger, Spartenob mann Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien (WKW) in Vertretung der kurzfistig verhinderten WKW-Präsidentin Brigitte Jank sprach den Strukturwandel an und die Herausforderung für alteingesessene Betriebe angesichts des massiven Auftretens externer Hotel-Investoren und -Betreiber. Dabei ging er neben der betriebswirtschaftlichen auch auf die soziale Komponente ein. Er betonte auch: "Gerade die kleinen Betriebe sind ein Teil der Individualität der Stadt, deshalb muss verhindert werden, dass sie in dieser Konkurrenz unter die Räder kommen." Weiters hob er hervor, dass sich eine gut funktionierende Wirtschaft dadurch auszeichne, dass deren einzelne Bereiche Hand in Hand arbeiten und ergänzen. Wien bezeichnete er in diesem Zusammenhang als "ein wirtschaftliches Gesamtkunstwerk, denn", so der Spartenobmann "bei uns sind Tourismus und Verkehr, Handel und Gewerbe, Ansiedlungs- und Forschungspolitik aufs Beste vernetzt."

Rudolf Kaske, Präsident Arbeiterkammer
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Rudolf Kaske, Präsident der Österreichischen und der Wiener Arbeiterkammer, parapharsierte den Begriff "smart" mit dem Begriff "clever" - und forderte diese Cleverness auch von unternehmerischer Seite ein. Dazu gehöre es, für die Mitarbeiter im Betrieb Work-Life-Balance, Wertschätzung der Arbeit sowie Unterstützung in Fragen der Gesundheit sowie der Aus- und Weiterbildung sicherzustellen. Smart zu agieren, bedeute auch sozial zu agieren. Er wies auch auf den Tourismus als wichtigen Berschäftigungsfaktor in Wien hin, indem er hervorstrich: "Die Stadt wird in den nächsten zehn Jahren um über 142.000 Einwohner wachsen, und der Tourismus ist jener Bereich, der stets viele und vermehrt Arbeitkräfte braucht und verlässlich Arbeitsplätze schafft." Augenzwinkernd kommentierte Kaske noch Ereignisse der jüngsten Zeit, in der österreichische Dörfer anderswo als Touristenattraktion kopiert werden, mit der Feststellung, dass ein Kopieren des typisch österreichischen Charme nicht so einfach gelingen werde.

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Smart City Wrap-up mit (v.l.n.r.) Tourismusdirektor Norbert Kettner, Planungsdirektor und Smart City-Verantwortlicher der Stadt Wien Thomas Madreiter, Moderator Gerald Votava und Smart City-Experte Boyd Cohen.
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WTK 2013 2262BesucherInnen-Rekord bei der Tourismuskonferenz 2013 - rund 450 Gäste informierten sich über Zukunftsperspektiven für Wiens Tourismus.
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WTK 2013 2907Die erfolgreiche Tourismuskonferenz 2013 klang beim Chill-out aus - zahlreiche Gäste nutzen die Gelegenheit zum Networking und Vertiefen der Themen.
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Smarte „Long Distance Art“ aus Wien als künstlerische Facette bei der Konferenz

Dass Wien auch in der Kunst smart agiert, wurde erst kürzlich eindrucksvoll demonstriert: Am 26. September schuf der Wiener bildende Künstler Alex Kiessling unter dem Motto „Long Distance Art“ in der Ovalhalle des Wiener MuseumsQuartiers live vor Publikum Kunstwerke, die zeitgleich auch in London am Trafalgar Square und in Berlin am Breitscheidplatz entstanden. 2,8 Meter große und 435 kg schwere Industrie-Roboter zogen seine Strichführung in der britischen und deutschen Hauptstadt simultan nach. Ermöglicht wurde dies mittels Satellitenübertragung und einem hochkomplexen Software-System. Alle drei Städte waren durch von Moderatoren kommentierte Live-Übertragungen auf Screens miteinander verbunden, sodass Publikum und Medien an allen drei Standorten die Entstehung mitverfolgen konnten. Kiessling fertigte im MuseumsQuartier drei Zeichnungen an, das künstlerische Resultat waren schließlich drei großformatige Triptychen (jedes im Ausmaß 3,6 x 1,2 Meter), zu dem die in den drei Städten entstandenen Teile später zusammengeführt wurden. Die Aktion war eine Weltpremiere in dreierlei Hinsicht – in der Kunst, in der Technologie, aber auch im touristischen Marketing. Denn der WienTourismus war Auftraggeber dieser von internationalen Medien umfangreich aufgegriffenen Kunstaktion und hat damit ebenso spektakulär wie breitenwirksam auf Wiens zeitgenössische Kunstszene und gleichzeitig auf das Leistungsvermögen der Stadt als „Smart City“ hingewiesen. Die drei Triptychen präsentierte er als Faksimile in Originalgröße bei der Tourismuskonferenz 2013 und verlieh ihr damit die künstlerische Facette von Smartness.

Alle Infos zur "Long Distance Art" finden Sie hier

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