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Ringelspiel im Prater
© WienTourismus/Paul Bauer

Wien spüren

Zum einen sind es die kulinarischen Genüsse Wiens, auf denen unser Gaumen durch die Stadt getragen wird. Vom Beisl zum Haubenlokal, vom Hipster Café zum Traditionskaffeehaus und von Streetfood zu Slow-food. Die Wiener Küche ist als einziger Speisenstil der Welt nach einer Stadt benannt. Viele Spezialitäten haben die Welt erobert, wie zum Beispiel das Wiener Schnitzel mit der knusprigen goldgelben Panier im urigen Beisl, auch die heiße Käsekrainer beim Würstelstand an der belebten Kreuzung oder der duftende Apfelstrudel im Kaffeehaus, dessen Interieur noch aus der Kaiserzeit zu stammen scheint. Die Kaffeehauskultur in Wien wird seit 2011 als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe angesehen, doch reicht sie weit zurück bis zur Kaiserzeit. Die K.u.K. Hofzuckerbäckerei Demel serviert noch heute Sisis liebste Süßigkeit, kandierte Veilchenblütenblätter.

In Wien genießt man niemals nur mit einem Sinn, es ist das Zusammenspiel aller Sinneswahrnehmungen und Eindrücke, die fast alles in dieser Stadt zu einem Genuss-Moment machen. So dient das Wandern in Wiens Weinbergen nie ausschließlich der körperlichen Betätigung, man genießt den Ausblick genauso wie die Rast und den bekannten Wiener Gemischten Satz  beim Heurigen. 13 Wanderwege innerhalb der Stadtgrenzen bieten über 130 Kilometer für ausgedehnte Genuss-Wanderungen. Entschleunigung fällt leicht: Die Hälfte der Stadt besteht aus Grünflächen. Diese zeigen sich ca. alle 250 Meter in Form eines Parks oder zumindest einem Stückchen Grün. Der Rosengarten im Volksgarten liegt in der Innenstadt und ist vom Frühling bis in den Spätherbst dank der 400 verschiedenen blühenden Rosensorten ein Erlebnis für Augen und Nase. Hier nimmt man Platz, schließt die Augen und lässt die Stadt auf sich wirken.

Ähnlich geht es uns beim Museumsbesuch – es ist viel mehr als nur die eine Ausstellung, es ist das überwältigende Ambiente der Räumlichkeiten, der Geruch und Fülle der Exponate, die uns in ihren Bann ziehen. Besondere Museen wie das Naturhistorische Museum bieten greifbare Geschichte – wie zum Beispiel 150 Millionen Jahre alte versteinerte Dinosaurierkacke. Das Möbel Museum Wien ist eines der weltweit größten Museen für Wohnkultur und zeigt, wie gut gepolstert der Kaiser einst logierte.

Selbst das Spazieren ist in Wien mehr: Hier flaniert man durch die Innenstadt und es geht es ums Sehen und Gesehen-Werden. Wien ist ohnehin eine Stadt, die sich sehen lassen kann. Der stetige Kontrast von Alt und Neu, von imperial und modern schärft unsere Sinne für das Schöne. Musik in Wien berührt auf so vielen Ebenen. Sie ist stets eine Komposition aus Klängen, Eindrücken und Emotionen in atemberaubenden Räumlichkeiten. Besonders gut kommt Musik beim Tanz zur Geltung: Bei den durchschnittlich 450 Bällen pro Ballsaison wird zu Walzerklängen im Dreivierteltakt getanzt, in Nebenräumen auch zu elektronsicher Musik. Manchmal sieht man hier die Musik vergangener Zeit auch in Form von Ausstellungen und Sammlungen alter Musikinstrumente.

In Wien gibt es von allem ein bisschen zu viel. Und das ist auch gut so. Denn die Wiener Gemütlichkeit macht aus Prunk Genuss.  Den Wienern ist es herzlich wurscht, dass in ihrer Stadt auf kleinem Raum so viel passiert. Denn gezwungen wird hier niemand, vieles kommt einfach von allein. Das Motto lautet „nur net hudeln“ (übersetzt „immer mit der Ruhe“) und ist auch für Wiens Gäste überall und immer spürbar.

Neben den fünf Sinnen sehen, hören, schmecken, riechen und fühlen gibt es noch einen Sinn – und den gibt es nur hier – den sechsten Sinn der Wiener. Es ist das „sich spüren“ – denn, wenn es den Wienern gut geht, dann drücken sie es so aus: „Heit g´spia i mi wieda“. Und meinen damit, wieder zu sich selbst gefunden zu haben. Jetzt wird das Leben wieder genossen und mit bekannter Nonchalance weitergeführt.

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Zahlen, Daten, Fakten

  • Wiener Küche: Wien ist als einzige Stadt der Welt Namensgeber eines eigenständigen Speisen-Stils 
  • Rund 8.150 Lokale – vom Restaurant bis zum Kaffeehaus  
    (Quelle: Jahresstatistik 2019 Wirtschaftskammer Wien) 
  • Rund 2.250 Kaffeehäuser aller Art – vom Traditionscafé bis zum Espresso  
    (Quelle: Jahresstatistik 2019 Wirtschaftskammer Wien) 
  • Nationales Verzeichnis des immateriellen UNESCO-Kulturerbes in Österreich: Traditionelle Wiener Kaffeehauskultur (seit 2011 auf der Liste), Wiener Heurigenkultur (seit 2019 auf der Liste) immaterielles Kulturerbe der UNESCO (Quelle: UNESCO) 
  • 13 Wiener Restaurants vom Guide Michelin ausgezeichnet: Restaurant Amador ist erstes 3-Sterne-Restaurant Österreichs. Restaurant Steirereck, Silvio Nickol Gourmet Restaurant im Palais Coburg, Konstantin Filippou und Mraz & Sohn haben jeweils 2 Sterne, 8 weitere Restaurants jeweils 1 Stern  (Quelle: Guide Michelin „Main Cities of Europe 2020“) 
  • 153 Haubenlokale nach Gault Millau 2021 in Wien 
  • Wien ist die einzige Metropole weltweit mit nennenswertem Weinbau innerhalb der Stadtgrenzen: Weinbaufläche rund 700 Hektar, 140 Weinbaubetriebe (exklusive Hobby-Winzer) (Quelle: Landwirtschaftskammer Wien) 
  • Wandern innerhalb der Stadtgrenzen: 13 Wanderwege, 132 km (Quelle: www.wien.gv.at/umwelt/wald/freizeit/wandern/wege/)
  • Wiener Staatsoper: jährlich an 300 Abenden wechselndes Programm,
    Auslastung 93,58 % (Quelle: Publikation der Wiener Staatsoper ”2010 – 2020: Zahlen | Chronik”)
  • Jährlich 2.000 Stunden Tanzvergnügen auf 450 Bällen in der Wiener Ballsaison (Quelle: Wirtschaftskammer Wien)
  • 666 Bars, Tanzlokale, Diskotheken (Quelle: Wirtschaftskammer Wien, Jahresstatistik 2019)
  • Kunsthistorisches Museum Wien:
    • 12 Gemälde von Pieter Bruegel dem Älteren – weltgrößte Sammlung
    • Weltgrößte Sammlung flämischer Malerei: 800 Gemälde
    • Größte und bedeutendste Kunstkammer der Welt: 2.200 Objekte