Bilanz: Nächtigungsumsatz wuchs 2018 doppelt so stark wie Übernachtungen

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„2018 hat die Wiener Tourismuswirtschaft nicht nur ihre Bestleistung aus dem Vorjahr übertroffen, sondern mit einem Plus von 6,3 % auf 16.483.000 Nächtigungen erstmals die 16-Millionen-Marke bei den Nächtigungen überschritten. Noch erfreulicher erweist sich der Blick auf die Entwicklung der Netto-Nächtigungsumsätze der Beherbergungsbetriebe: Hier zeichnet sich mit einem Plus von 11,8 % bis November ein Wachstum für das Gesamtjahr 2018 ab, das etwa doppelt so stark ausfallen dürfte wie jenes der Übernachtungen. Den AkteurInnen in Wiens Tourismus sei für ihren Einsatz, der diesen Erfolg möglich gemacht hat, aufs Allerherzlichste gedankt“, gratuliert der Stadtrat für Finanzen, Wirtschaft, Digitalisierung und Internationales Peter Hanke bei der Bilanz-Pressekonferenz des WienTourismus am 23.1.2019 den Betrieben zum 9. Bestwert in Folge. Die Ankünfte erhöhten sich 2018 um 6,2 % auf 7.540.000. „Das ist ein durchschlagender Erfolg für Wiens Tourismuswirtschaft, die für rund 90.000 Beschäftigungsverhältnisse sorgt und als Branche eine vor allem im Inland wirksame Wertschöpfung erzielt. Dass zu diesen Werten noch eine konstant hohe Zustimmung der Bevölkerung zum Tourismus in ihrer Stadt kommt, freut mich als Präsident des WienTourismus besonders“, so Hanke.

Beherbergungsumsatz auf Rekordkurs

Aktuell stehen die Umsätze für die Monate Jänner bis November fest. „Sie sind – auf ein starkes Jahr 2017 aufbauend – im Zeitraum Jänner bis November 2018 mit 793 Millionen Euro und einem Plus von 11,8 % doppelt so stark gewachsen wie die Nächtigungen“, verweist Hanke auf die erfreuliche Entwicklung: „1.630.000 Dezember-Nächtigungen und damit ein Plus von 15,8 % lassen auf einen starken Dezember-Umsatz hoffen. Ende Februar wissen wir es genau, doch schon heute steht fest: 2018 wird auch mit einem historischen Umsatzrekord abschließen.“ In Wien wird die Ortstaxe als fixer Prozentsatz des Nächtigungspreises (3,2 %, exkl. Umsatzsteuer, Frühstück und 11 % Pauschalabzug) abgerechnet. „Damit kann Wien als einziges Bundesland in Österreich die Netto-Nächtigungsumsätze seiner Beherbergungsbetriebe sowie weitere Kennzahlen wie den RevPar, also den Erlös pro verfügbarem Zimmer, exakt auswerten. Das Wiener Modell kann damit als Vorbild für den Bund dienen, wo im Rahmen des Masterplans Tourismus derzeit die Notwendigkeit aussagekräftiger Kennzahlen für die Tourismusbranche diskutiert wird“, regt Hanke an.

Starke Zugpferde und Umsatzbringer: Wiener Moderne und Tagungen

Über 30 Ausstellungen und viele Sonderführungen griffen 2018 Wiens Schwerpunkt zur Wiener Moderne auf. Der „National Geographic Traveler“ (USA) und der britische „Sunday Telegraph“ machten Wien zur „Must see“-Destination. „Rund 500 belegte Medienbeiträge und 27 internationale Preise samt Auszeichnung zum „Kunden des Jahres“ durch den Creativ Club Austria für den WienTourismus und seine Agenturen komplettieren die Erfolgsbilanz 2018“, so Tourismusdirektor Norbert Kettner. Die starken Zuwächse beim Netto-Nächtigungsumsatz wurden insbesondere von einem enormen Plus in der Höhe von 21,1 % im September, von 22,3 % im Oktober und sogar von 33,8 % im November getragen – eine Entwicklung, mit denen Wien es auch in die Schlagzeilen internationaler Fachmedien gebracht hat. „Die starke Performance ist auch auf das florierende Kongresswesen und eine Nachfrage­steigerung aufgrund der EU-Ratspräsidentschaft zurückzuführen“, so Kettner.

82 % internationale Nächtigungen

Rund 82 % der Wiener Gästenächtigungen 2018 waren internationale Nächtigungen. „Jene Märkte, die der WienTourismus aktiv bearbeitet hat, erbrachten in Summe rund 80 % der Nächtigungen bzw. der bis dato ausgewerteten Umsätze“, fasst Kettner zusammen. Innerhalb Wiens nächtigungsstärkster zehn Herkunftsmärkte gab es 2018 keinen Rückgang: Deutschland, Österreich, die USA, Frankreich, Russland und die Schweiz brachten einstellige Zuwächse, bei Großbritannien, Italien, Spanien und China fielen sie zweistellig aus. Außerhalb der Top 10 sticht vor allem das Aufkommen aus Japan (294.000 Nächtigungen, + 12 %), Israel (207.000, + 21 %), der Ukraine (174.000, + 42 %), Taiwan (141.000, + 29 %) und Saudi-Arabien (85.000, + 19 %) hervor, nennenswerte Rückgänge sind aus Brasilien (133.000, - 5 %) und – bereits das dritte Jahr in Folge – aus der Türkei (127.000, - 8 %) zu vermelden. „Die gute Entwicklung wurde durch den derzeit besonders hart geführten Wettbewerb unter den Low Cost Carriern gestützt, wenngleich viele Luftfahrt-ExpertInnen in diesem Segment von einer bevorstehenden Marktbereinigung ausgehen“, erklärt Kettner.

Höchste Auslastung aller Bundesländer, im Dezember sogar Europa-Sieger

Ein Blick auf die Nächtigungsentwicklung der vergangenen zehn Jahre zeigt, dass asiatische Gäste nun vermehrt in gehobenen Hotel-Kategorien nächtigen – kehrten 2009 rund 62 % aller ChinesInnen und 74 % aller JapanerInnen in einem 4- oder 5-Stern-Hotel ein, so erhöhte sich deren Anteil 2018 auf 78 % bzw. 84 %. Insgesamt stieg die durchschnittliche Bettenauslastung der Wiener Beherbergungsbetriebe 2018 auf 60,2 % (2017: 58,9 %), die Zimmerauslastung auf rund 78 % (2017: rund 76 %). Die Beherbergungskapazität erhöhte sich von Dezember 2017 auf Dezember 2018 um rund 500 (+ 0,8 %) auf 65.600 Hotelbetten. Wien weist übers Jahr die höchste Auslastung aller österreichischen Bundesländer auf. „Im Dezember ließ Wien mit einer Zimmerauslastung von über 85 % sogar sämtliche Benchmark-Städte in Europa hinter sich“, verweist Kettner auf Wiens 1. Platz in der europaweiten Erhebung von STR Global für den letzten Jahresmonat (Quelle: „STR Hotel Review Report“ 12/2018).

Weltwirtschaftslage und Brexit: Zünglein an der Waage

Wien will bis 2020 18 Millionen Nächtigungen und 1 Milliarde Euro Nächtigungsumsatz erreichen. Kettner: „Wir sind auf Kurs, müssen aber berücksichtigen, dass sich die internationale Konjunktur zusehends abschwächt, was die Reiselust dämpfen kann. Eine mit dem Brexit verbundene Abschwächung des Pfundes, Kaufkraftrückgang oder Einschränkungen beim Flugverkehr würden ebenso Wirkung zeigen. Schaffen die Betriebe ähnliches Nächtigungswachstum wie 2018 und setzen sie eine Preissteigerung im Rahmen der erwarteten Inflation von ca. 2 % durch, liegen beide Meilensteine in Reichweite“, ergänzt Kettner.

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  • 793 Mio. Euro Rekord-Umsatz für Wiener Beherbergungsbetriebe von Jänner bis November (+ 11,8 %)
    16,5 Mio. Gästenächtigungen (+ 6,3 %) neuer Bestwer
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