Viel Lärm um Neuauflage der Schiele-Kampagne in New York

Anfang Mai wurde der WienTourismus für seine Aufsehenerregende Schiele-Kampagne, die im Herbst in Deutschland und London gelaufen war, mit 7 Veneres und somit als „Kunde des Jahres“ bei den Awards des Creative Club Austria (CCA) ausgezeichnet. „WienTourismus wurde als Auftraggeber des Jahres für seinen Mut belohnt, eine außergewöhnliche Kampagne zu fahren, die auch international Maßstäbe setzt“, sagte CCA-Vorstandssprecher Alexander Hofmann (Young & Rubicam) damals. Für seinen Kurzfilm zur Kampagne erhielt der WienTourismus zudem bei den Wirtschaftsfilmtagen, dem ältesten Wirtschaftsfilmfestival deutschsprachiger Länder, eine silberne Victoria in der Kategorie Social Media.

Original oder verhüllt – unterschiedliche Vorgaben der einzelnen Medienbetreiber

Bis 20. Mai waren die Sujets rund um Aktdarstellungen von Egon Schiele nun auch in New York zu sehen. Während die Medieneigentümer in Deutschland und Großbritannien ausnahmslos die Verhüllung der primären Geschlechtsmerkmale gefordert hatten, fielen die Auflagen in New York sehr unterschiedlich aus: Ein großflächiges Mural – Zeichnung von Egon Schieles „Liegender Frau“ – durfte wie im Original auf einem Gebäude der „Lafayette and Spring Street“ angebracht werden, Plakate und City Lights in der U-Bahnstation Bryant Park an der 5th Avenue und umliegenden Busstationen mussten bedeckt werden. Das Magazin „New Yorker“ veröffentlichte unverhüllte Bilder, auf Facebook mussten – nach ursprünglich anders lautender Information – doch verpixelte Sujets gezeigt werden. Der Slogan „100 years old but still too daring today.“ trifft demnach auch auf die Metropole New York zu.

Ob „shrewd“ oder „VERY rude“ – viel Aufmerksamkeit für Wien 

„Mit dieser Kampagne wollen wir der Wiener Moderne ihre Kontroverse zurückgeben. Die Reaktionen darauf zeigen: Das Thema ist aktueller denn je, der Kampf um die Freiheit der Kunst noch lange nicht vorbei“, berichtet Tourismusdirektor Norbert Kettner. Unter dem Hashtag „ToArtItsFreedom“ wurden die Sujets auf Twitter, Instagram und anderen sozialen Netzwerken in bisher insgesamt 700 überwiegend positiven Beiträgen kommentiert. An dieser – qualitativ durchwegs hochwertigen – Diskussion beteiligten sich auch Influencer aus dem Kunstumfeld. In den Medien wurde die Kampagne kontrovers diskutiert. Während etwa der Observer  die Kampagne als „shrewd“ (klug, gefinkelt) beschreibt und ausführlich auf Themen wie die Darstellung von Frauen und die Freiheit der Kunst eingeht, findet die reichweitenstarke britische Daily Mail das Mural „VERY rude“ und fragt sich, ob so viel Nacktheit in der Werbung tatsächlich erlaubt ist. Von welcher Perspektive das Thema auch immer betrachtet wird, eines haben alle Berichte und Postings gemeinsam: Sie drehen sich in erster Linie um Wien und verschaffen der Stadt und der Sammlung des Leopold Museum, das diese ungewöhnliche Kampagne voll unterstützt hat, große Aufmerksamkeit.

Making-of des Murals

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