Studie: Abschaffung der Ticketsteuer würde Österreichs BIP um 320 Millionen Euro pro Jahr erhöhen und 1.000 neue Arbeitsplätze bis 2030 schaffen

Mit Wirkung zum 1. Januar 2018 wurde die Flugabgabe in Österreich um 50 Prozent gesenkt. Die neue Studie von PricewaterhouseCoopers LLP (PwC) "The economic impact of abolishing aviation taxes in Austria" zeigt einen deutlichen Anstieg des österreichischen BIP bei der vollständigen Abschaffung der Flugabgabe auf: Die Abschaffung würde das österreichische BIP laut Berechnungen von PwC im Jahr 2030 um 320 Mio. EUR pro Jahr erhöhen (Basis der Berechnung: 2017).  Darüber hinaus würden im gleichen Zeitraum rund 1.000 Arbeitsplätze in allen Schlüsselsektoren der österreichischen Wirtschaft entstehen, in den ersten beiden Jahren nach der Umsetzung bereits 600. Schließlich würde auch der österreichische Luftverkehrssektor einen Aufschwung erleben - er würde im Jahr 2030 160 Millionen Euro pro Jahr erreichen. 

Die Steueraufhebung würde sich auch direkt auf Tourismus und Handel in Österreich auswirken und bis 2020 2,3 Millionen zusätzliche Passagiere anziehen und sich damit auch positiv auf andere verwandte Branchen wie Landwirtschaft, Verkehr, Industrie und Finanzdienstleistungen auswirken. „Wir begrüßen die Entscheidung der österreichischen Regierung, die Luftverkehrssteuer zu halbieren. Das ist eine gute Nachricht für Reisende und für die österreichische Wirtschaft. Allerdings geht die Reduzierung nicht weit genug. Die Ergebnisse von PwC bestätigen unsere Forderung nach einer vollständigen Abschaffung der Steuer, um einen wettbewerbsfähigen Reisemarkt zu erhalten und das zukünftige Wachstum voranzutreiben“, sagt Thomas Reynaert, Managing Director, Airlines 4 Europe.

Bei Abschaffung sowie Halbierung der Flugabgabe steigt das reale BIP im Jahr unmittelbar nach der Steuersenkung (im Vergleich zum Basisszenario ohne Veränderung) - allerdings mit deutlichen Unterschieden in den Auswirkungen. Beispielsweise würden die Netto-Tourismusausgaben im Jahr 2030 auf 196 Millionen Euro pro Jahr ansteigen, verglichen mit 91 Millionen Euro bei Halbierung der Steuer.

Übersee-Märkte als Wachstumsmotor

„In den vergangenen zehn Jahren war Wiens Nächtigungswachstum aus Übersee mit 87 % doppelt so stark wie jenes aus Europa – das zeigt, wie stark insbesondere der Tourismus, aber auch die damit verbundenen Wirtschaftszweige von der Erreichbarkeit auf dem Luftweg abhängen. Den Boom des Städtetourismus in den vergangenen Jahren hätte es ohne Airlines gar nicht gegeben. Die Abschaffung der Ticketsteuer wäre ein Hebel, mit dem man viel Positives für Standort, Wirtschaft und Arbeitsmarkt bewirken kann und der Fairness im globalen Wettbewerb schafft“, so Wiens Tourismusdirektor Norbert Kettner.

„Das Passagierwachstum der österreichischen Flughäfen ist mit 4,5 % im Jahr 2017 zwar erfreulich, liegt aber immer noch unter dem europäischen Durchschnitt von 8,5 %. Gerade im kostengetriebenen Luftfahrtgeschäft sind attraktive Rahmenbedingungen an einem Standort für Airlines wichtige Entscheidungskriterien hinsichtlich der Aufnahme neuer Flugverbindungen. Seit dem Beschluss zur Halbierung der Flugabgabe im Vorjahr in Österreich haben mehrere Airlines neue Verbindungen nach Wien aufgenommen und ihre Angebote erweitert. Das zeigt, dass die Maßnahme richtig war. Eine vollständige Abschaffung würde die Wachstumseffekte für den Luftfahrtstandort Österreich noch deutlich verstärken“, sagt Julian Jäger, Vorstand der Flughafen Wien AG.

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