Eugen Antalovsky

Attraktivere Stadt-Entrees

Dort ist zumeist das persönliche Erscheinen des Visum-Werbers bei der Einreichstelle gefordert. Für Jeddah in Saudi-Arabien ist die nächstgelegene im mehr als 1.000 Kilometer entfernten Riyadh, für Dubai ist es Abu Dhabi, und der Parteienverkehr in den jeweiligen Konsulaten beschränkt sich auf den Vormittag. Viele europäische Konkurrenzländer haben die Abwicklung von Visa-Anträgen an eine Agentur mit gut verteilten Zweigstellen ausgelagert, die ganztägig bis in die späten Abendstunden geöffnet sind. Österreich arbeitet mit derselben Agentur in Indien, was klaglos funktioniert. Unbefriedigend ist die Situation auch in China und Russland, zwei enorm wichtige Märkte, wo Wien ebenfalls Gäste an andere Länder verliert, die mit wesentlich kundenfreundlicheren Services bei der Visum-Erteilung punkten.
Anregungen zum Erscheinungsbild, das Wien seinen Gästen stellenweise bietet, sind ebenfalls enthalten: Bei den noch für geraume Zeit in Umbau stehenden Bahnhöfen wird dringender Bedarf an einer besseren Ausschilderung, auch in Fremdsprachen, sowie an Maßnahmen hinsichtlich Optik geortet und nach Fertigstellung ein „Entree“, das einer Weltstadt würdig ist, urgiert. Ähnliches gilt für den Flughafen. Unausgeschöpftes Potenzial sieht man auch an der „Waterfront“ Donaukanal und Schwedenplatz, vor allem aber bei der Ringstraße, die ihren ehemaligen Status als Prachtboulevard wiedererhalten sollte.
Internationalität – auch sprachlich, Benchmarking und Diversifizierung in der Hotellerie:

Vorgeschlagen wird auch eine „Sprachoffensive“, bei der in der ganzen Stadt eine durchgehende zweisprachige Beschriftung – Deutsch/Englisch – , die sukzessive, aber konsequent und zügig erfolgen soll, um Wiens Stellung als internationale, gastfreundliche Tourismusmetropole stärker zu untersteichen. Dies reicht von den öffentlichen Verkehrsmitteln, wo es diesen Service schon in Ansätzen, aber noch nicht flächendeckend gibt, desgleichen für Museen, unter denen sich noch einige finden, die ihre ständigen Sammlungen und große, durchaus auf internationalen Zuspruch ausgelegten Ausstellungen nur einsprachig beschriften und damit bei ausländischen Besuchern viel an Kundenzufriedenheit verwirken.
Der Wiener Hotellerie kommt bei den Zielsetzungen des Tourismuskonzepts Wien 2015 eine besondere Rolle zu. Das Ziel, die Nächtigungsumsätze bis 2015 um 100 Millionen Euro zu steigern, kann nicht allein durch die Erhöhung der Nächtigungszahlen erreicht werden, sondern es ist außerdem auch eine höhere Wertschöpfung erforderlich. Dazu wird im Tourismuskonzept Wien 2015 professionelles Yield Management und systematisches Benchmarking empfohlen – in Wien noch viel zu wenig genutzte Hilfsmittel. Weiters wird auf Qualitätssteigerung im Service der Hotellerie sowie in deren Struktur gesetzt, wobei Qualität nicht Sterne bedeutet und Strukturveränderung nicht Bettenzuwachs. Es geht vielmehr um die richtige Positionierung, um ein individuelles Profil und zielgruppenspezifische Ausrichtung hinsichtlich Ausstattung, Ästhetik, Komfort und Service.

Dr. Eugen Antalovsky, Geschäftsfüher des Europaforums Wien, bei seiner Präsentation des neuen Wiener Tourismuskonzepts

Tourismuskonzept 2015
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