Stephansdom
© WienTourismus / Christian Stemper

Neue Bestwerte im 1. Halbjahr: Nächtigungs- & Umsatz-Plus für Wien

„Im ersten Halbjahr 2018 hat Wiens Tourismuswirtschaft mit 7.223.000 Nächtigungen und einem Plus von 4,1 % zum Vergleichszeitraum des Vorjahres einen neuen Bestwert geschafft“, gratuliert Tourismusdirektor Norbert Kettner bei der Pressekonferenz des WienTourismus am 26. Juli. „Von den 30 aufkommensstärksten Märkten brachten 22 ein Plus, fünf davon im zweistelligen Prozentbereich. Sechs Märkte erreichten ihr Vorjahresergebnis nicht, bei zwei entsprach es dem Wert aus 2017“, zieht Kettner Bilanz. Der Juni trug mit 1,5 Mio. Nächtigungen (+ 2 %) zum Ergebnis des ersten Halbjahres bei.

Nachhaltiges Nächtigungswachstum

Etwa 80 % der Nächtigungen von Jänner bis Juni waren internationale Nächtigungen. Aus Wiens Top 10 Märkten wuchsen Österreich, Deutschland, die USA, Großbritannien und Russland einstellig, China brachte neuerlich zweistellige Zuwachsraten. Italien, die Schweiz, Frankreich und Spanien erreichten ihr Ergebnis aus dem ersten Halbjahr 2017 nicht. Außerhalb der Top 10 stachen die Ukraine (73.000 Nächtigungen, + 31 %), Taiwan (59.000, + 29 %) sowie Saudi-Arabien (20.000, + 24 %) mit besonders hohen Zuwachsraten hervor. „In Summe zeichnet sich – wie schon in den vergangenen Jahren – auch im bisherigen Verlauf 2018 ein konstantes Nächtigungswachstum für Wien ab, was als Zeichen einer nachhaltigen Tourismusentwicklung zu werten ist“, so Kettner.

Umsätze wuchsen etwas stärker

„Derzeit stehen die Netto-Nächtigungsumsätze der Beherbergungsbetriebe für die Monate Jänner bis Mai fest, die mit 291 Millionen Euro ein Plus von 4,9 % bringen“, so Kettner. Die Nächtigungen im Zeitraum Jänner bis Mai wuchsen um 4,6 %. Bis 2020 will Wien laut Tourismusstrategie auf 18 Millionen Nächtigungen und 1 Milliarde Euro Umsatz kommen.

Auslastung etwa auf Vorjahresniveau

Die durchschnittliche Bettenauslastung der Wiener Beherbergungsbetriebe im ersten Halbjahr stieg auf 54,4 % (1-6/2017: 54,1 %), die Zimmerauslastung lag bei rund 70 %, was in etwa dem Vorjahr entspricht. Die Beherbergungskapazität erhöhte sich von Juni 2017 auf Juni 2018 um rund 800 (+ 1,2 %) auf 64.700 Hotelbetten.

Saudi-Arabien: Zwei Direktflüge und dreistelliges Plus im Juni

Im Fall von Saudi-Arabien ist die positive Entwicklung im ersten Halbjahr deutlich auf die beiden neuen Direktflugverbindungen zurückzuführen: Der Low-Cost-Carrier Flynas sowie Saudi Arabian Airlines, kurz Saudia, fliegen Wien seit 9. bzw. 16. Juni drei bzw. vier Mal die Woche an. War von Jänner bis Mai 2018 noch ein Nächtigungsminus zu verzeichnen, so katapultierten die neuen Flüge die Juni-Nächtigungen aus Saudi-Arabien (7.000) um 175 % nach oben; das erste Halbjahr bilanzierte mit 20.000 Nächtigungen (+ 24%) positiv.

Japan: Zurück zu alter Stärke?

Positiv bemerkbar macht sich auch die Wiederaufnahme des Austrian Airlines Direktfluges aus Tokio mit 15. Mai. Der Juni brachte Wien ein 22-prozentiges Plus auf 28.000 Nächtigungen aus Japan, von Jänner bis Juni zählte Wien somit 130.000 japanische Nächtigungen (+ 9 %). Russland – insgesamt wieder auf Wachstumskurs und im ersten Halbjahr sogar doppelt so stark wie der Durchschnitt gestiegen – verzeichnete im Juni mit 31.000 Nächtigungen ein Minus von 4 %, was der Fußballweltmeisterschaft geschuldet sein dürfte.

Kapazitätsschub aus Italien und Indien

„Neue Verbindungen auf der Langstrecke und die Dynamik im Low-Cost-Bereich stärken Wien als internationalen Hub“, so Kettner. Insgesamt gibt es im aktuellen Sommerflugplan ein Plus von rund 6 % bei den Sitzplätzen und auch bei den Frequenzen nach Wien. „Die Sitzplatzkapazität aus Italien und Indien steigt sogar um je ein Drittel und wird sich positiv auf das Gästeaufkommen auswirken“, ist Kettner zuversichtlich. Austrian Airlines wollen ab Herbst die Verbindungen aus Peking, Shanghai sowie der US-Ostküste und somit Wiens wichtigstem Fernmarkt stärken, Hongkong dafür auflassen. „Eine Entwicklung, die uns bei den USA als stärkstem Fernmarkt hilft; bei Hongkong hoffen wir mittelfristig auf Ersatz“, so Kettner. 23 Kooperationen mit Airlines führt der WienTourismus heuer noch durch.

Risiko Handelskonflikt

Ökonomen warnen: Sollte sich der Handelskonflikt zwischen den USA und anderen Ländern weiter zuspitzen, könnte dies zu einer globalen Wirtschaftskrise führen. „Die Tourismusnachfrage in Europa wird maßgeblich von drei Faktoren bestimmt: der globalen Konjunkturentwicklung, der Anzahl wirtschaftlicher oder politischer Unruhen samt begleitender Sanktionen sowie der Abhängigkeit der Städte von ‚Connectivity‘, also der Anbindung an Verkehrswege. Eine so genannte ‚Beggar-thy-Neighbor‘-Politik, wie wir sie beispielsweise aus der Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre kennen, würde mit nur wenigen Monaten Verzögerung Tourismus und Geschäftsreisen bremsen“, hofft Kettner darauf, dass wirtschaftspolitische Fehler aus der Vergangenheit keine Wiederholung finden.

Grafiken: Nächtigungen, Umsatz und Top-20 Herkunftsmärkte

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