Wien-Presse-Info – November 2019 Wiener Ausstellungen zu Beethoven


Mit einer durchaus ungewöhnlichen Hommage würdigt das Kunsthistorische Museum Wien in Kooperation mit dem Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien den großen Meister der Wiener Klassik, dessen 250. Geburtstag 2020 gefeiert wird. Die Ausstellung Beethoven bewegt bringt Gemälde von Caspar David Friedrich, Skizzenbücher William Turners, Grafiken von Francisco de Goya und Jorinde Voigt, Skulpturen von Auguste Rodin, Rebecca Horn und John Baldessari, eine performative Skulptur von Tino Sehgal, ein Video von Guido van der Werve u.v.m. ins Gespräch und in Beziehung mit der Musik und der Person Beethovens. Sie schlägt so eine visuelle Brücke bis zur Gegenwart und versteht sich als poetische Reflexion auf den Komponisten und sein Schaffen: Meisterwerke der Bildenden Kunst gehen Verbindungen mit Musik und Stille ein.

Das Leopold Museum zeigt im Jubiläumsjahr die Ausstellung Inspiration Beethoven. Eine Symphonie in Bildern aus Wien 1900. Beethovens VI. Symphonie, die „Pastorale“, inspirierte 1899 den Wiener Jugendstilmaler und Klimt-Kollegen Josef Maria Auchentaller zu einem monumentalen Bildprogramm für das Musikzimmer des Schmuckfabrikanten Scheid. Dieses wird erstmals im Leopold Museum rekonstruiert und steht idealtypisch für die Beethoven-Verehrung der Künstler der Wiener Secession um 1900.

Die Österreichische Nationalbibliothek präsentiert in ihrem Prunksaal in der Ausstellung Beethoven. Menschenwelt und Götterfunken Originalbriefe und Handschriften von herausragenden Werken Beethovens. Gezeigt werden etwa Seiten aus der 9. Symphonie – eine Leihgabe aus Berlin – sowie das Autograph von Beethovens einzigem Violinkonzert (op. 61). Zusätzlich zu den 130 Briefen aus der Hand des Meisters ist die Musiksammlung der Nationalbibliothek auch im Besitz der „Sammlung Hoboken“, die nahezu alle Erst- und Frühdrucke von Beethovens Werken umfasst.

Das Mozarthaus Vienna spürt in der Ausstellung Die Trias der Wiener Klassik: Haydn – Mozart – Beethoven Gemeinsamkeiten, Parallelen und Gegensätzen der drei Giganten der Musikwelt nach. Mozart und Haydn waren eng befreundet und musizierten gemeinsam in Mozarts Wohnung (heute im Mozarthaus Vienna). Beethoven wäre gern ein Schüler Mozarts geworden, später wurde Haydn sein Lehrer.

Das Haus der Musik in der Wiener Innenstadt, das am 15.6.2020 seinen 20. Geburtstag feiert, setzt im Beethoven-Jahr 2020 eine Fülle von Aktivitäten: Der Beethoven-Raum im Haus der Musik wird neu arrangiert und temporär durch Originaldokumente ergänzt. Permanent sind dort eine Lebend- und eine Totenmaske des Komponisten, Autographen, Bühnenbildentwürfe sowie eine Schautafel mit Beethovens 68 Wiener Wohnungen ausgestellt. Bei der Klanginstallation Inside Beethoven erfahren BesucherInnen mit neuester Musikelektronik und raffiniertem Raumdesign, wie es sich anfühlt und anhört, Teil eines Musik-Ensembles zu sein (10.6.-10.8.2020). Ab Oktober 2020 widmet sich die Sonderschau Bernstein’s Beethoven im Innenhof des Museums in Kooperation mit dem Beethoven-Haus Bonn der Beethoven-Interpretation durch den berühmten amerikanischen Dirigenten.

Ein Wiener Pilgerort schlechthin für alle Beethoven-Fans ist das 2017 neu eröffnete Beethoven Museum im 19. Bezirk mit seinen zahlreichen Exponaten aus dem Leben des Meisters in Wien. In diesem Haus komponierte er Klavierstücke und Violinsonaten sowie das Oratorium „Christus am Ölberge“ und arbeitete an der „Eroica“-Symphonie. Und hier entstand auch jener berühmte, nie abgesandte Brief an seine Brüder: das „Heiligenstädter Testament“, in dem der große Musiker seine fortschreitende Taubheit thematisierte.

Im Pasqualatihaus auf der Mölker Bastei in der Wiener Innenstadt lebte Beethoven mit Unterbrechungen insgesamt acht Jahre – in einer Wohnung, die ihm sein Gönner Johann Baptist Freiherr von Pasqualati zur Verfügung stellte. Hier schrieb er an seiner Oper „Fidelio“ und verfasste einige Symphonien sowie das bekannte Klavierwerk „Für Elise“, heute ist die Wohnung eine Gedenkstätte. In der Secession, die 1902 eine ganze Schau dem Genie des Komponisten Ludwig van Beethoven widmete, ist Gustav Klimts berühmter Beethovenfries zu sehen. Das 34 Meter lange und zwei Meter hohe Wandgemälde, das Beethovens „Neunte“ und deren Interpretation durch Richard Wagner thematisiert, gilt als eines der Hauptwerke des Wiener Jugendstils. 2020 können die BesucherInnen während der Betrachtung von Klimts Meisterwerk über Kopfhörer den 4. Satz aus der Symphonie Nr. 9 d-moll op.125 von Beethoven in neuer Einspielung anhören.

Die Sammlung alter Musikinstrumente in der Hofburg widmet den prächtigen Marmorsaal der Ära Beethoven. Zu sehen sind auch eine Beethoven-Büste und zwei Porträts.

  • Beethoven bewegt, 25.3.-5.7.2020, Kunsthistorisches Museum Wien, Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien, www.khm.at
  • Inspiration Beethoven. Eine Symphonie in Bildern aus Wien 1900, 30.5.-21.9.2020, Leopold Museum, MuseumsQuartier Wien, Museumsplatz 1, 1070 Wien, www.leopoldmuseum.org
  • Beethoven. Menschenwelt und Götterfunken, 19.12.2019-19.4.2020, Nationalbibliothek, Prunksaal, Österreichische Nationalbibliothek, Josefsplatz 1, 1010 Wien, www.onb.ac.at
  • Die Trias der Wiener Klassik: Haydn – Mozart – Beethoven. Gemeinsamkeiten – Parallelen – Gegensätze, 13.2.2020-27.1.2021, Mozarthaus Vienna, Domgasse 5, 1010 Wien, www.mozarthausvienna.at
  • Haus der Musik. Das Klangmuseum, Seilerstätte 30, 1010 Wien, www.hdm.at
  • Beethoven Museum, Probusgasse 6, 1190 Wien, www.wienmuseum.at
  • Pasqualatihaus, Mölker Bastei 8, 1010 Wien, www.wienmuseum.at
  • Secession, Friedrichstraße 12, 1010 Wien, www.secession.at
  • Sammlung alter Musikinstrumente, Hofburg, Neue Burg, Heldenplatz (Weltmuseum), 1010 Wien, www.khm.at

Kontakt:

WienTourismus
Nikolaus Gräser
Internationale Presse
Deutschland, Österreich, Schweiz
Tel. (+ 43 1) 211 14-365

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