“Vienna Therapy”: WienTourismus lockte mit Freud in New York

Normalerweise sind es PsychotherapeutInnen, die das Innere von anderen Menschen erforschen. In seiner jüngsten Marketing-Kampagne „Vienna Therapy“ spielte der WienTourismus allerdings mit dieser Konvention und ließ diesmal ins Innere von Freud selbst, dem Vater der Psychoanalyse, blicken. Im Zentrum der Aktion stand eine Skulptur des Wiener Street Artists Nychos, der als Sohn eines Jägers früh mit der Sezierung von Tieren in Berührung gekommen war und sich daher auch in seiner Kunst für das Stilmittel der „dissection“ (Zerlegung) entschieden hatte. So bestand seine vor dem Flatiron-Gebäude in New York aufgestellte weiße, drei Meter hohe Skulptur nicht nur aus einer vier Meter langen Couch, sondern auch einem Modell von Sigmund Freud, das Teile seines Gehirns und Skeletts freilegte. 10.000 PassantInnen kamen der Aufforderung nach, auf dieser Couch Platz zu nehmen und sich, in freier Interpretation von Freuds Arbeit, mit ihren unbewussten Wien-Vorlieben auseinanderzusetzen. Mithilfe eines Gehirnstrommessers konnten sie eine Modell-Straßenbahn über einen 3D-Wien-Plan lenken und ihre Sehnsüchte zu Wien erforschen. Das Interesse an dieser Entdeckungsreise ins Unbewusste war groß: 500 Personen nahmen teil, was einer Auslastung von 100 % entspricht.

„Mit der ‚Vienna Therapy‘ wollten wir die Neugier der New Yorker wecken: auf Kunst im öffentlichen Raum, den in den USA sehr bekannten Sigmund Freud und natürlich unsere Stadt. Die Installation bot zahlreiche Interaktionsmöglichkeiten mit Wien, die mit einem Augenzwinkern zu verstehen sind“, so Tourismusdirektor Norbert Kettner. Am Donnerstag wurde die Installation im Rahmen eines VIP-Empfangs für Medien und Top-Kontakte aus der Reisebranche von Nychos sowie Freuds Urenkel Dominic Freud, der als Vorsitzender der Freud Foundation U.S. fungiert, eröffnet. Der WienTourismus hatte diese Aktion mit einer Microsite und in den sozialen Medien, über Pressearbeit, Plakate sowie einzelne Printanzeigen im New York Magazine und der New York Times beworben. Inhaltlich kooperiert wurde mit dem Freud Museum in Wien. Die Aktion erzielte mit allen Online- und Offline-Maßnahmen eine potentielle Reichweite von 46 Millionen Kontakten.

Online-Wientest und Nychos auf Freuds Spuren in Wien

Weitere Informationen über Wien, den Künstler und Sigmund Freud lagen in einer neben der Couch platzierten Wien-Bibliothek auf, die auch zwei Bildschirme umfasste. Auf diesen war ein Making-of-Video zu sehen, das den Entstehungsprozess der Skulptur zeigt – von Nychos Wandlung auf Freuds Spuren in Wien bis zur Fertigung der Skulptur in den USA. Nychos hatte sich an jenen Orten inspirieren lassen, die früher auch für Freud wichtig waren, wie das Gelände des Uni-Campus (mit dem heute öffentlich zugänglichen Narrenturm), die Wiener Ringstraße und das Café Landtmann. Wer keine Möglichkeit hatte, die Installation in New York zu besuchen, kann noch bis 22. Juli unter therapy.vienna.info an einem Onlinetest teilnehmen. Auf dieser Microsite werden humorvoll formulierte Assoziationen zu fünf verschwommenen Bildern abgefragt, die ebenfalls Aufschluss über Wien-Vorlieben geben. TeilnehmerInnen können eine auf ihre Wünsche abgestimmte Reise nach Wien gewinnen – Austrian Airlines steuert die Flüge bei – und ihre persönliche „Vienna Mind Map“ teilen. Zur Einstimmung auf die Installation in New York hatte Nychos außerdem ein „dissected“ (zerlegtes) Bild von Sigmund Freud an den Wiener Donaukanal nahe der Spittelau gesprayt; somit gibt es für Interessierte auch vor Ort in Wien etwas zu sehen. Weitere Arbeiten von Nychos sind ab 25. Juni als Soloausstellung mit dem Titel „IKON“ in der renommierten „Jonathan LeVine Gallery“ in New York ausgestellt.

Download Video-Rohmaterial für TV-Beiträge:

Vienna Therapy in New York (Footage Material)

Video-Statements (Reihenfolge: Helena Hartlauer/Medienmanagerin WienTourismus, Street Artist Nychos, Dominic Freud/Urenkel von Sigmund Freud und Vorsitzender der Freud Stiftung in New York)

Copyright: (c) Christian Fischer

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