Neuerliche Halbjahres-Rekordwerte für Tourismus in Wien

„In Wien hat heuer bisher jeder einzelne Monat einen Bestwert an Nächtigungen erreicht", gab Kettner bekannt, „und die Entwicklung der einzelnen Herkunftsländer ist äußerst erfreulich. Unter den 30 nächtigungsstärksten gab es lediglich vier mit Rückgängen, und das waren - wenig überraschend - Griechenland, Spanien, Italien und Rumänien. 10 davon liegen übrigens außerhalb Europas und mit Ausnahme von Kanada haben alle von ihnen zweistellige Zuwachsraten. Besonders üppig sind diese im Fall von China mit 29 %, Brasilien mit 40 % und Israel mit 42 %. Saudi Arabien steht zwar erst auf Rang 33, klettert aber mit einer Zuwachsrate von 163 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2011 rasant nach oben. Angesichts dieser Steigerungsraten aus den überseeischen Märkten kann wohl kaum jemand daran zweifeln, dass die 3. Piste für den Flughafen Wien eine Notwendigkeit ist, um das Aufkommen aus diesen Ländern nicht durch Kapazitätsgrenzen zu hemmen. Darüber hinaus ist in diesem Zusammenhang auch noch Wiens führende Position im internationalen Kongressgeschäft zu berücksichtigen, das hauptsächlich Fluggeschäft ist, denn 76 % des Kongresspublikums reist auf dem Luftweg an. Will man auch in Zukunft touristisches Wachstum, das einen wesentlichen Wirtschaftsbeitrag leistet, so muss man dafür auch die entsprechende Infrastruktur schaffen."

Erstmals ersichtlich und höchst erfreulich: Zuwachsraten aus Brasilien, Saudi Arabien und V.A.E.

Von Wiens Hauptmärkten legte in der ersten Jahreshälfte Russland mit einem 25 %-igen Nächtigungsplus am stärksten zu, gefolgt von Japan (+ 19 %), der Schweiz (+ 15 %) und den USA (+ 12 %). Zuwächse gab es weiters aus Deutschland (+ 2 %), Österreich (+ 9 %), Großbritannien (+ 8 %) und Frankreich (+ 5 %), während, wie bereits erwähnt, die Nächtigungen aus Italien (- 1 %) und Spanien (- 2 %) den vorjährigen Vergleichswert nicht erreichten.

Erstmals lässt sich heuer die Entwicklung der Nächtigungen aus Brasilien, Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten verfolgen. Diese Märkte werden erst seit 2011 einzeln erfasst, zuvor waren ihre Nächtigungen Teil der Blöcke „Zentral- und Südamerika" bzw. „arabische Länder in Asien". Alle drei weisen im ersten Halbjahr 2012 hohe Steigerungen aus: Die meisten Nächtigungen unter ihnen, nämlich 45.000, lieferte Brasilien mit einem Zuwachs von 40 % gegenüber Jänner bis Juni 2011. Die V.A.E. brachten es auf 25.000 Nächtigungen, was ein Plus von 27 % bedeutet, und Saudi Arabien ließ seine Nächtigungen um nicht weniger als 163 % auf 31.000 hochschnellen.

Das positive Halbjahresergebnis wirkte sich mit gesteigerten Nächtigungszahlen für alle Kategorien der Wiener Beherbergungsbetriebe aus. Die durchschnittliche Bettenauslastung erhöhte sich geringfügig auf 52,6 % (1-6/2011: 52,5 %), was einer gegenüber der Vergleichsperiode unveränderten Zimmerauslastung (sie wird in Österreich nicht erhoben) von rund 66 % entspricht. - In Anbetracht einer Kapazitätserweiterung um 2.500 Betten (+ 5,0 %) von Juni 2011 auf Juni 2012 durchaus bemerkenswert.

Rekord mit Schönheitsfehler beim Hotellerieumsatz

Der Netto-Nächtigungsumsatz der Wiener Hotellerie liegt erst für den Zeitraum Jänner bis Mai 2012 vor und repräsentiert mit 191,5 Millionen EURO ebenfalls einen Rekord, aber keinen, der bei Tourismusdirektor Kettner ungetrübte Freude auslöst, denn er gibt zu bedenken: „Nicht jeder Bestwert ist automatisch ein guter Wert. Dieser vorliegende Rekord soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass der erzielte Umsatz zu gering ist, wenn man ihn in Relation zum Nächtigungszuwachs setzt. Die im Krisenjahr gesenkten Preise wurden nicht rasch genug wieder hochgebracht und hinken den Nächtigungssteigerungen hinterher. Auch ist die verschärfte Binnenkonkurrenz durch die Erweiterung der Bettenkapazitäten in Wien offensichtlich zu Lasten des Preises gegangen, um die Auslastung zu halten. Es macht mir schon Sorge zu sehen, dass ein sehr deutlich verstärkter Besucherzustrom keine entsprechende Preisdurchsetzung zur Folge hat. Ersteres kann der WienTourismus beeinflussen, Zweiteres liegt allerdings ausschließlich in den Händen der Hoteliers, deren Preisgestaltung eine unternehmerische Entscheidung ist, die jeder Unternehmer selbst zu treffen hat - und das ist auch gut so. Ich hoffe jedenfalls, dass wenn sich das Gästeaufkommen auch weiterhin so gut entwickelt, auch der unternehmerische Mut bei der Preisdurchsetzung steigt. Wiens Begehrtheit als Destination ist hoch genug dafür."

Ergebnisse im Detail & Aussendung zum Herunterladen

Wien im internationalen Vergleich (Juli 2012)

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