2010 neuer Rekord: 10,9 Mio. Nächtigungen, + 10,3 %

„Einen zweistelligen Nächtigungszuwachs hat es in Wien seit der Nachkriegszeit erst zweimal zuvor gege­ben, nämlich 1987 und 1989", erklärte Brauner, „und der Rekord von 10,9 Millionen Nächtigungen 2010 übertrifft das Ergebnis 2009 um 10,3 % sowie das bisherige Rekordjahr 2008 um 6,1 %. Wir wissen, dass diese hohe Steigerung zu einem großen Teil einem ,Nachholeffekt' zu verdanken ist: Viele Reisen sind vori­ges Jahr aufgrund der Wirtschaftskrise nicht angetreten, dafür aber 2010, als ein Abebben der Krise einge­treten ist ,nachgeholt' worden. Dass Wien davon so stark profitieren konnte, zeigt nicht nur die Attraktivität unserer Stadt, sondern auch, wie gut das 2009 investierte Konjunkturimpuls-Paket von zusätzlichen 1,5 Millionen EURO für vermehrte Werbung angelegt war. Es hat uns nicht nur im Krisenjahr gute Dienste geleistet, wir haben damit auch eine Vorleistung für 2010 erbracht und Menschen erreicht, die sich den Wunsch, nach Wien zu reisen, erst 2010 erfüllt haben."

Dass die Beherbergungsumsätze im Vorjahr noch nicht wieder Rekord-Niveau erreichen konnten, ist für die Vizebürgermeisterin „der Wermutstropfen im Ergebnis 2010, beweist aber auch, dass es sehr klug war, im Tourismuskonzept Wien 2015 nicht nur ein Nächtigungsziel von 1 Million mehr als im bisherigen Rekordjahr 2008 anzupeilen, sondern auch ein Umsatzziel von 100 Millionen EURO mehr als damals. Die Wiener Hotellerie, die an diesem Konzept intensiv mitgewirkt hat, war sich bei der Zielsetzung bewusst, wie schwer es nach der Weltwirtschaftkrise sein wird, die Preise von vorher wieder zu erzielen. Sie hat sich dieser Her­ausforderung dennoch gestellt - aber mit Realitätssinn, denn das für 2010 vorgesehene ,Etappenziel' wird sie, wie jetzt schon absehbar, nicht nur erreichen, sondern sogar übertreffen. Der gesamten Wiener Tou­rismuswirtschaft ist zu ihrer Leistung 2010 jedenfalls herzlich zu gratulieren, und Wiens touristischer Zukunft darf optimistisch entgegengesehen werden."

Von den 20 nächtigungsstärksten Ländern
nur drei mit weniger Nächtigungen

Tourismusdirektor Kettner berichtete folgende Details zum Ergebnis 2010: „Wiens zehn Hauptmärkte ha­ben alle, bis auf Japan, das gleichviele Nächtigungen wie 2009 erbracht hat, Zuwächse, sechs davon sogar zweistellige, und unter den 20 nächtigungsstärksten waren lediglich drei rückläufig. Die stärkste Steige­rungsrate aller Nationen erbrachte Serbien mit 53 %, was allerdings auf die Abschaffung der Visumpflicht zu Jahresbeginn 2010 zurückzuführen ist, gefolgt von Russland, einem unserer Hauptmärkte, mit 35 % und der Türkei mit 34 %. Letzteres freut mich besonders, weil wir diesen Hoffnungsmarkt seit 2008 verstärkt bearbeiten, und auch die anderen Hoffnungsmärkte haben beträchtlich zugelegt: die arabischen Länder in Asien und Brasilien beide mit 21 % sowie China mit 28 %."

Auch Kettner ging auf das Tourismuskonzept Wien 2015 ein und betonte: „Dass wir dem darin gesetzten Nächtigungsziel von 11 Millionen 2010 schon ganz nahegekommen sind, soll nicht unterschätzt, darf aber auch nicht missverstanden werden. Das Ziel des Konzepts 2015 bezieht sich ausdrücklich auf Nächtigun­gen und Hotellerieumsätze. Letztere haben mit der Dynamik der Nächtigungs-entwicklung 2010 nicht Schritt gehalten. Solange hier nicht aufgeholt wird, ist das Ziel des Konzepts nicht erreicht, bei dem es ja um die gesamtwirtschaftliche Stärkung des Tourismus in Wien geht. Die Nächtigungen sind dabei nur ein Faktor, und solange die Hotellerie aus ihnen nicht entsprechende Umsätze lukriert, ist der Zweck der Übung nicht erfüllt. Deshalb soll, wie auch mit der Branche besprochen, am Nächtigungsziel von 11 Millionen festgehal­ten werden und die Konzentration darauf gerichtet sein, die Umsätze zu heben, nach dem Prinzip ,Energie folgt der Aufmerksamkeit'. Es ist auch zu bedenken, dass der bereits angesprochene ,Nachholeffekt' bei den Nächtigungen allmählich aufgebraucht ist, und wir heuer nicht von einem ähnlich hohen Zuwachs aus­gehen dürfen. Es wird schwer genug sein, das 2010 enorm hoch gelegte Niveau zu halten, geschweige denn zu toppen. - Der WienTourismus legt sich dafür mit einem Marketingbudget von 13 Millionen EURO in 23 Ländern jedenfalls kräftig ins Zeug."

Nächtigungen, Bettenauslastung, Umsätze:
alles im grünen Bereich

Unter Wiens Hauptmärkten legten 2010 die Nächtigungen aus Russland mit 35 % am stärksten zu, gefolgt von jenen aus Österreich (+ 14 %), Italien und Frankreich (je + 12 %), Deutschland und den USA (je + 11 %). Steigerungen gab es auch aus der Schweiz (+ 8 %), Spanien (+ 7 %) und Großbritannien (+ 4 %). Das Niveau von 2009 hielten die Nächtigungen aus Japan (2009 der einzige Hauptmarkt mit einem Zuwachs, und zwar um 8 %). Von dem positiven Jahresergebnis profitierten alle Kategorien der Wiener Beherbergungsbetriebe, und deren durchschnittliche Bettenauslastung stieg auf 56,8 % (2009: 51,2 %), was einer Zimmerauslastung von rund 71 % entspricht (2009: rund 64 %). Wiens Beherber­gungskapazität verringerte sich von Dezember 2009 auf Dezember 2010 um rund 550 Betten (- 1 %). Der Netto-Nächtigungsumsatz der Wiener Hotellerie betrug im Zeitraum Jänner bis November 2010 insgesamt 409 Millio­nen €. Damit übertrifft er den Vergleichswert 2009 um 6,5 %, liegt aber um 8,5 % unter dem Rekordwert von 2008. Es hängt nun von den Dezember-Zahlen ab, ob 2010 zum zweit- oder drittbesten Jahr bei den Umsätzen wird. Bei den Nächtigungen war im Dezember 2010 jedenfalls ein Plus von 1 % zu verzeichnen, womit der Dezember-Rekord von 2009 übertroffen wurde.

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