Papierfigur, Tanz und Milieustudie im Rhythmus von Wien

129 Konzepte aus 28 Ländern langten ein, die das einzigartige Wiener Lebensgefühl und den Rhythmus der Stadt in maximal 5-minütigen Filmen zeigen sollen. Eine ExpertInnenjury bestehend aus dem Schauspieler Karl Markovics, der Geschäftsführerin der Vienna Film Commission Dr. Marijana Stoisits, Ulrike Lässer, Produktionsleitung bei Wega Film, und Tourismusdirektor Norbert Kettner wählte drei Einreichungen aus, die durch Kreativität, Professionalität und einen speziellen Blick aufs Wienerische überzeugten. Zeitgleich mit dem Start von Österreichs einzigem Oscar® Qualifying Festival „VIS Vienna Independent Shorts“ am 25. Mai beginnen die Teams mit der Produktion ihrer Filme in Wien, für die sie ein Budget von jeweils 5.000 Euro erhalten sowie mit Equipment vom SAE Institute Wien unterstützt werden. „Bewegtbild schürt Reiselust. Der Kurzfilm ist eine eigenständige Kunstform und aufgrund seiner Länge prädestiniert für eine Verbreitung auf Social-Media-Kanälen. Durch den Wettbewerb wird hochqualitativer Film-Content generiert und – wie im Tourismuskonzept 2020 angeführt – Wien als Filmstadt positioniert“, erklärt Norbert Kettner, Direktor des WienTourismus. Juryvorsitzende Dr. Marijana Stoisits: „Der Wettbewerb richtete sich an professionelle Filmschaffende weltweit, daher hatten wir hohe Erwartungen. Diese wurden sogar bei weitem übertroffen – sowohl in Qualität als auch in Quantität.“ Zur Premiere der fertigen Filme wird im September speziell eingeladen werden. Mittels Onlinevoting auf shortfilm.wien.info wird der Siegerfilm ermittelt, dessen Team den Publikumspreis in der Höhe von 3.000 Euro erhält. Passend zu Wiens Jahresmotto 2017 „Im Rhythmus von Wien“ wird der WienTourismus die drei Filme im Zuge der internationalen Tourismuswerbung auf seinen Onlinekanälen und bei Veranstaltungen einsetzen. Zudem werden sie beim nächstjährigen VIS-Festival, Österreichs größtem Festival für Kurzfilm, Animation und Musikvideo, sowie bei Kurzfilmfestivals im Ausland präsentiert.

Blick auf Wien: Migration, Barock und Populärkultur

Die GewinnerInnen des Kurzfilmwettbewerbs nähern sich Wien auf sehr unterschiedliche Arten an. Während die in Berlin lebende Wienerin Franziska Pflaum ihren Film mit Realbildern umsetzen wird, greift der Wiener Wolfgang Matzl auf eine Kombination aus Animation und realen Aufnahmen zurück. In Richtung Experimentalfilm geht das britisch-österreichische Duo Susan Young und Paul Wenninger, die einen Tänzer durch eine rhythmisierte Foto- und Zeichenanimation von Wien schicken. Franziska Pflaum möchte in ihrem Projekt Wien in all seiner Diversität zeigen. Sie folgt mit ihrem Filmteam mehreren ProtagonistInnen durch die Stadt und entdeckt gemeinsam mit ihnen unterschiedliche Milieus, Orte und Menschen. Die Jury strich bei diesem Konzept den Außenblick mit Insiderwissen hervor. Der Animationsfilm von Wolfgang Matzl erzählt von den Abenteuern eines kleinen Mannes im großen Wien. Der Mann ist aus Papier, 20 Zentimeter groß und wird direkt auf den Straßen Wiens in der Stop-Motion-Technik animiert. In dieser Mischform aus realen Schauplätzen und Papier-Cutout-Figuren können die ZuseherInnen die Stadt aus einem etwas anderen Blickwinkel und in einer speziellen Dynamik erleben. Bei diesem Konzept überzeugte die Jury die Verbindung einer barock-surrealen Geschichte mit Wiener Populärkultur. Im Beitrag der Animationskünstlerin Susan Young und des Filmemachers und Tänzers Paul Wenninger bilden ein Tänzer und grafisch-architektonische Linien die Konstanten des Films, in dem das vermeintlich Wienerische als eine Tradition von Migration gezeichnet wird, was die Jury besonders beeindruckte.

Laufende Berichte zu den Dreharbeiten der Filmteams finden Sie unter http://shortfilm.wien.info

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