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Design-Wettbewerb um das Wien-Souvenir des 21. Jahrhunderts

Update 2013: Fotos der produzierten Siegerobjekte

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Der WienTourismus präsentiert Wien weltweit als Stadt, in der Schönheit und Tradition nicht nur auf die Vergangenheit verweisen, sondern sich sehr lebendig in der Gegenwart weiterentwickeln, doch im Angebot an Wien-Souvenirs ist davon kaum etwas zu bemerken. Um einen Anstoß dazu zu geben, hier Abhilfe zu schaffen, lud er in Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien zu einem Design-Wettbewerb um ein Souvenir, das dem Reisepublikum Wien zeitgemäß und geschmackvoll vermittelt, ohne dabei das Lokalkolorit zu vernachlässigen. Warum nur ausländische DesignerInnen bzw. Studios eingeladen waren, ist leicht erklärt: Wien-Souvenirs werden vorwiegend von ausländischen Gästen gekauft, weil diese in Wien die überwiegende Mehrheit sind. Der Wettbewerb wurde daher in sechs von Wiens europäischen Hauptherkunftsländern ausgeschrieben, denn es sollte die aktuelle Interpretation eines Souvenirs gefunden werden, das Wien als kreative Stadt des 21. Jahrhunderts aus europäischem Blickwinkel abbildet. Auch sollte dabei jeglicher Eindruck eines „Heimvorteils" vermieden werden.

Den unter dem vom Baseball-Spiel inspirierten Motto „European Home Run" ausgeschriebenen Wettbewerb kuratierte die Direktorin der VIENNA DESIGN WEEK Mag.a Lilli Hollein, die in den genannten Ländern sowohl bereits längst etablierte DesignerInnen bzw. Design-Teams als auch erst seit kurzem am Markt präsente aussuchte - ExpertInnen für experimentelles wie auch für Industrie-Design, für Handwerk ebenso wie für Massenproduktion: Ionna Vautrin (F), Héctor Serrano (E), sowie die Studios DING3000 (D), Formafantasma (I), PearsonLloyd (GB) und BIG-GAME (CH). Sie alle waren im Juni 2012 vom WienTourismus zu einer Inspirationsreise nach Wien eingeladen und verarbeiteten danach ihre Eindrücke zu dreidimensionalen Prototypen.

International besetzte Fachjury, aber auch Publikum kürten Sieger

Zur Entscheidung, welche(s) Souvenir(s) als Sieger aus dem Wettbewerb hervorgehen und produziert werden soll(en), wurden die eingereichten Prototypen sowohl Expertinnen als auch einem breiten Publikum präsentiert. Die Fachjury war international besetzt mit Alice Rawsthorn, Design-Kritikerin der „International Herald Tribune" aus London, Ewa Esterhazy, Geschäftsführerin des MAK Design Shop in Wien, Galit Gaon, Chefkuratorin des Design Museums in Holon/Israel, dem Wiener Designer und Architekten Gregor Eichinger, sowie Tourismusdirektor Norbert Kettner.

Das Publikum kam folgendermaßen zum Zug: Alle Prototypen wurden Ende September/Anfang Oktober 2012 in Paris, London, Berlin, Zürich, Madrid und Mailand vorgestellt - bei Events für die Tourismusbranche und Pressekonferenzen des WienTourismus. Schon die Gäste dieser Veranstaltungen konnten ihre Stimme gleich vor Ort auf Voting-Stationen abgeben. Bei den Pressekonferenzen waren insgesamt 137 JournalistInnen vertreten, sowohl von großen Tageszeitungen wie „The Times", „Daily Telegraph", „Neue Zürcher Zeitung" oder „El Mundo" als auch Design- und Lifestyle-Magazinen wie dem deutschen „Home", dem italienischen „Style", und dem französischen „Art Actuel" sowie von renommierten Reisemedien. Für starke Berichterstattung war somit gesorgt. Zusätzlich wurde in den betreffenden Ländern über die Website des WienTourismus zum Abstimmen eingeladen und über elektronische Newsletter Medien, Reisebranche und Endkunden eingebunden, auch europaweit. Unterstützend dazu gab es Online- und Social Media-Kampagnen. In Wien waren alle Prototypen im Rahmen der VIENNA DESIGN WEEK im MAK Design-Shop ausgestellt, und auch hier wurde das Publikum um Stimmabgabe gebeten.

Der Jury-Preis: Spielkarten mit enormer Vielfalt an Wien-Bezügen waren Trumpf

Der Preis der Fachjury ging an das Spielkarten-Set der beiden Italiener Andrea Trimarchi und Simone Farresin, die als Studio Formafantasma firmieren. Ihr Souvenir greift das Kartenspielen als beinahe auf der ganzen Welt verbreitete Freizeitbeschäftigung mit starken regionalen Ausprägungen auf, und Wien ist dabei allgegenwärtig: Schon die Box zeigt außen einen Wien-Stempel und innen das Dachmuster des Stephansdoms. Die Karten umhüllt ein Plakat mit einem von Josef Hoffmann entworfenen Muster auf der einen Seite, während die andere die enorm vielen Anspielungen auf Wien im Karten-Design erklärt. Nur einige Beispiele davon: Die Farbe Kreuz ist dem Rohrgeflecht des Thonet Stuhls Nr. 14 nachempfunden, Karo verweist auf das wiederkehrende quadratische Motiv im Werk Josef Hoffmanns, die Farbe Herz ist fast zur Gänze Adolf Loos gewidmet, und die beiden Joker sind Kaffeehaus-Kellner, von denen einer den typischen Meinl-Fes trägt. Die Karten-Rückseiten greifen die Fassade der Österreichischen Postsparkasse von Otto Wagner auf. Das Studio Formafantasma ist in Eindhoven angesiedelt. Seine Arbeiten wurden bei Design-Messen und -Ausstellungen von Mailand bis Abu Dhabi und bei Sotheby´s in London gezeigt und sind auch in internationalen Museen und Design-Instituten vertreten. Unter den Auftraggebern von Formafantasma sind Hersteller und Händler von exklusiven Designer-Stücken wie etwa der italienische Lederspezialist Fendi oder die in den Niederlanden ansässige und ihre Produkte weltweit vertreibende Firma Droog Design. Im „Rolling Stone"-Magazin reihten prominente Design-ExpertInnen Formafantasma unter die 20 „most promising young design studios 2011".

Die Jury urteilte nach folgenden Kriterien: Souvenir-Tauglichkeit im Sinne der Transportierbarkeit und in Hinblick auf die unverwechselbare touristische Botschaft, die Darstellung eines zeitgenössischen und kreativen Wiens und die künstlerische Qualität im Entwurf im Allgemeinen. Das Spielkarten-Set von Studio Formafantasma ging dabei als siegreiche Einreichung hervor. Von der Jury in ihrer Entscheidungsbegründung besonders hervorgehoben: Das Spielkarten-Set von Studio Formafantasma ist ein intelligentes Souvenir, das auch gehobenen Ansprüchen gerecht wird. Mit dem Kartenspielen wurde eine auch heute noch gepflegte historische Tradition in Wiener Kaffeehäusern thematisiert, und der bildhafte Symbolismus der Karten vermittelt sehr anschaulich und nuanciert Wiens kulturellen Hintergrund und seine Geschichte.

Der Publikums-Preis: Pop-up-Sehenswürdigkeiten en miniature räumten groß ab

Das Publikum wählte die nach dem Pop-up-Prinzip gestalteten Miniaturen von Wiener Sehenswürdigkeiten des Spaniers Héctor Serrano zum Sieger. Sie sind aus dünnem Messing mit silberfarbener, in einer modernen Ätztechnik bearbeiteten Oberfläche gefertigt, und zunächst flach verpackt, lassen sich schließlich dreidimensional aufklappen. Damit vermitteln sie jedes Mal, wenn man sie zur Hand nimmt, auch ein kleines „Bau-Erlebnis". Wien-Fans mit Sammelleidenschaft können sich so im Laufe von Mehrfachbesuchen einen richtigen  „Bau-Kasten" zulegen und mit Riesenrad, Schloß Schönbrunn, Stephansdom und Secession die Stadt zuhause en miniature nachbauen. Héctor Serrano studierte Industriedesign in Valencia und Produktdesign in London, wo er 2000 sein eigenes Designbüro gründete, das mit zahlreichen Preisen wie z.B. dem Peugeot Design Award ausgezeichnet wurde. 2009 kürte ihn das AD Magazin zum Designer of the Year. Zu seinen Kunden zählen u.a. die Kult-Kaufhauskette für Design-Minimalisten Muji, die auf kunstvolle Glasobjekte spezialisierte Firma La Mediterránea sowie diverse staatliche Institutionen in Spanien.

Beim Publikums-Voting wurden insgesamt nicht weniger als 33.378 Stimmen abgegeben - ein überragender Erfolg für die Aktion, und ein noch beachtlicherer für Héctor Serrano, denn mit 8.008 entfiel beinahe ein Viertel davon auf seine Kreation „Pop-up Vienna". Die Abstimmenden konnten beim Voting zwar keine Begründungen für ihre Wahl angeben, doch es muss viele gute Gründe gegeben haben, denn die Entscheidung war sehr eindeutig.

Wettbewerb mit Mehrwert: Bisher rund 60 Medienberichte, Designstadt Wien nachhaltig platziert

Tourismusdirektor Norbert Kettner zog folgendes Resümee über den European Home Run: „Bei diesem Wettbewerb gibt es mehr Gewinner als auf den ersten Blick ersichtlich: Es sind zunächst selbstverständlich Studio Formafantasma und Héctor Serrano, denen ich aufs herzlichste zu ihrem Sieg gratuliere. Doch auch Wien hat gewonnen - einmal zwei hervorragende Wien-Souvenirs des 21. Jahrhunderts, aber sein Gewinn umfasst noch weitaus mehr. Der European Home Run war gleichzeitig eine höchst effiziente Marketing-Aktion, die sehr viel Aufmerksamkeit für unsere Destination bewirkt hat. Mit ihm hat unser Markt- und Medienmanagement ein außergewöhnliches Marketing-Format entwickelt, wodurch in den betreffenden Ländern und sogar noch über diese hinaus gleichzeitig die Reiseindustrie, die Medien und auch das breite Publikum angesprochen werden konnten. An Medienberichterstattung gab es bisher insgesamt schon an die 60 Berichte in Print, Radio und Online-Medien. Die 33.378 Stimmen beim Public Voting wiederum zeigen, wie gut es gelungen ist, das Publikum einzubinden, auch auf der emotionalen Ebene, die bei einer Stimmabgabe immer beteiligt ist und im Destinationsmarketing ebenfalls eine große Rolle spielt".

Kuratorin Mag.a Lilli Hollein über den Wettbewerb: „Souvenirs haben meist einen historischen Kern, ihre Botschaft muss einfach und eindeutig sein und emotional nachvollziehbar für ein breites Publikum. All dies in ein zeitgenössisches Kleid zu packen ist keine einfache Übung. Wien verfügt selbst über eine lebendige Designszene, hat aber durch den Wettbewerb neuerlich einen Impuls und eine internationale Bestätigung bekommen: Designschaffende aller Länder lieben diese Stadt und ihre Möglichkeiten. Das ist auch ein Grund für die jährlich wachsende Zahl internationaler BesucherInnen während der VIENNA DESIGN WEEK. Der WienTourismus hat mit diesem Wettbewerb auch eine breite Wahrnehmung von Wien als Design-Destination forciert. Wie unterschiedlich diese Stadt aufgefasst wird, kann man an den Einreichungen, aber auch an den Entscheidungen von Fachjury und Public Voting ablesen. Was in dem internationalen Reigen nicht unerwähnt bleiben soll: Die Designerinnen von Dottings aus Wien haben mit der Ausstellungsgestaltung und der Kreation der Präsentationsmöbel ebenfalls einen exzellenten Beitrag geleistet und damit das Kreativpotenzial dieser Stadt unter Beweis gestellt."

Die Prototypen aller beim European Home Run eingereichten Souvenirs wurden bei der Wiener Tourismuskonferenz 2012 präsentiert, die unter dem Motto „Vienna International - International Vienna?" stand. Als Hauptreferenten fungierten dabei Garry White, Geschäftsführer von European Cities Marketing (ECM), und Anton Pelinka, Professor für Politikwissenschaft und Nationalismusstudien. Die im Rahmen des Wettbewerbs von internationalen DesignerInnen kreierten Wien-Souvenirs waren gleichsam materialisierte Statements zum Generalthema der Veranstaltung. Die preisgekrönten „Wien-Souvenirs des 21. Jahrhunderts" wurden im nächsten Schritt in einer Kleinserie produziert und vertrieben - siehe dazu folgende Pressemeldung:
http://b2b.wien.info/de/presse/unternehmens-presse-info/2013/zwei-auszeichnungen-in-italien

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