Kirche am Steinhof von Otto Wagner
© WienTourismus/Karl Thomas

Wien 2018: Schönheit und Abgrund - Klimt.Schiele.Wagner.Moser.

Wien 2018: Schönheit und Abgrund - als PDF herunterladen

Die Zeit um 1900 war eine der spannendsten in Wien. Die österreichisch-ungarische Doppelmonarchie schwankte zwischen Schönheit und Abgrund. Zahlreiche Neuerungen in Kunst, Literatur, Architektur, Musik, Psychologie, Philosophie, Wissenschaft und Gesellschaft prägten die „Wiener Moderne“. Künstler waren die Wegbereiter. Sie brachen die verkrustete Habsburger-Monarchie auf und verarbeiteten das Scheitern der liberalen Politik nach dem großen Börsenkrach von 1873 in ihren Werken. Revolutionäres in allen Disziplinen entstand. Bis die Grausamkeiten des Ersten Weltkrieges über den Globus fegten – eine erste Zäsur. Die zweite folgte mit dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland 1938.

Klimt, Schiele, Wagner und Moser waren vier wichtige Vertreter dieser Kunst- und Kulturepoche. Die Werke von Klimt und Schiele waren bahnbrechend und erreichen heute Spitzenpreise auf der ganzen Welt. Das Belvedere und das Leopold Museum besitzen die weltweit größten Sammlungen der beiden Maler (darunter Klimts „Kuss“ und Schieles „Wally Neuzil“). Wagners Bauten – allen voran die Postsparkasse – waren nicht nur schön anzusehen, sondern auch wegweisend. Und sie funktionieren heute noch, wie man an den vielen Stadtbahnstationen (heute U4 und U6) sieht. Moser war der erste Grafikdesigner. Als noch niemand den Begriff „Logo“ kannte, hatte er schon eines entwickelt. Die von ihm mitbegründete Wiener Werkstätte revolutionierte ab 1903 das Design.

Doch noch viele weitere Geistesgrößen der vorvergangenen Jahrhundertwende waren von großer Bedeutung und werden 2018 gewürdigt. Denn was wäre Wien ohne Sigmund Freuds Psychoanalyse? Oder ohne Arnold Schönbergs Zwölftonmusik? Josef Hoffmann und Adolf Loos hinterließen Spuren in Wiens Architektur. Berta Zuckerkandl lud Politiker und Intellektuelle in ihren Salon. Und Gustav Mahler entstaubte die altehrwürdige Hofoper.

Zahlreiche Museen werden deshalb 2018 nicht nur die vier Herren, die 1918 starben, in den Mittelpunkt stellen, sondern auch weitere Persönlichkeiten. Mit dabei sind Belvedere, MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst, Wien Museum, Leopold Museum, Kunsthistorisches Museum Wien, Literaturmuseum, Hofmobiliendepot, Jüdisches Museum Wien, Arnold Schönberg Center, Ernst Fuchs Museum, das Wittgenstein Haus, die Österreichische Friedrich und Lillian Kiesler Privatstiftung, das Bank Austria Kunstforum Wien, das Theatermuseum, das Haus der Musik sowie die Klimt Villa. Darüber hinaus begeben sich viele geprüfte Fremdenführer auf die Spuren der Wiener Moderne.

Und die finden sich in Wien noch zahlreich, vor allem in der Architektur. Otto Wagners wunderbare Kirche am Steinhof, seine Häuser an der Linken Wienzeile und die nahe gelegene Secession von Joseph Maria Olbrich sind Meisterwerke der Moderne; Adolf Loos‘ Haus am Michaelerplatz und Josef Hoffmanns Villen am Stadtrand Paradebeispiele moderner Architektur.

Auch die 1932 geschlossene Wiener Werkstätte ist noch in Wien präsent: Viele von den Künstlern von damals entworfenen Produkte werden noch hergestellt: Exklusive Leuchten nach Originalentwürfen fertigt Woka Lamps Vienna. Der Wiener Glas- und Beleuchtungshersteller Lobmeyr hat Klassiker wie die Trinkglas-Serie „B“ von Josef Hoffmann im Programm. Die Porzellanmanufaktur Augarten realisiert ebenfalls nach wie vor seine Entwürfe, darunter das berühmte Melonenservice. Und die Wiener Silber Manufactur bietet Tafelbesteck und Schalen nach Designs von Hoffmann und Geschirr von Otto Prutscher an.

Infos: www.wienermoderne2018.info

Ausstellungen 2018

Belvedere

  • Klimt ist nicht das Ende. Aufbruch in Mitteleuropa“, 23.3.-26.8.2018, Unteres Belvedere
  • „Egon Schiele – Wege einer Sammlung", 19.10.2018-17.2.2019, Orangerie

Leopold Museum

  • „Wien um 1900! Klimt – Moser – Gerstl – Kokoschka“, 18.1.-10.6.2018
  • „Egon Schiele. Die Jubiläumsschau“, 23.2.-4.11.2018
  • „Schiele – Brus – Palme“, 3.3.-11.6.2018
  • „Gustav Klimt“, 22.6.-4.11.2018
  • Machen Sie mich schön, Madame d'Ora. Die Fotografin d'Ora 1907-1957
    13.7.-29.10.2018
    „Machen Sie mich schön, Madame d'Ora. Die Fotografin d'Ora 1907-1957“, 13.7.-29.10.2018
  • „Moriz Nähr. Fotografie und Wiener Moderne“, 24.8.-29.10.2018

MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst

  • „Klimt's Magic Garden. A Virtual Reality Experience by Frederick Baker", 7.2.-22.4.2018
  • „Post Otto Wagner – Von der Postsparkasse zur Postmoderne“, 30.5.-30.9.2018
  • „Koloman Moser. Universalkünstler zwischen Gustav Klimt und Josef Hoffmann", 19.12.2018-22.4.2019

Wien Museum

  • „Otto Wagner", 15.3.-7.10.2018

Kunsthistorisches Museum Wien

  • „Stairway to Klimt. Mit Klimt auf Augenhöhe + Nuda Veritas“ , 13.2.-2.9.2018

Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek

  • „Berg, Wittgenstein, Zuckerkandl. Zentralfiguren der Wiener Moderne", 22.3.2018-17.2.2019

Grillparzerhaus/Österreichisches Staatsarchiv

  • „Ludwig Wittgenstein: die Tractatus Odyssee (100 Jahre Tractatus Logico-Philosophicus)", 15.10.-30.11.2018

Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien

  • „Wagner, Loos, Hoffmann. Möbeldesign der Wiener Moderne. Künstler, Auftraggeber, Produzenten", 21.3.-7.10.2018

Jüdisches Museum Wien

  • „The place to be. Salons als Orte der Emanzipation", 30.5.-14.10.2018

Arnold Schönberg Center

  • „Arnold Schönberg & Jung-Wien", 14.3.-29.6.2018

Ernst Fuchs Museum in der Otto Wagner Villa

  • „Die Salonkultur des alten Wien - Glanzvolle Bühne einer Gesellschaft", 7.4.-30.9.2018

Österreichische Friedrich und Lillian Kiesler Privatstiftung

  • „Wien 1924. Stationen der Avantgarde“, 14.3.-1.6.2018

Haus der Musik. Das Klangmuseum

  • „Wiener Moderne. Ein neues musikalisches Zeitalter“, 22.2.-7.10.2018

Bank Austria Kunstforum Wien

  • „Japonismus“, 10.10.2018-20.1.2019

Theatermuseum

  • „Anwendungen. Koloman Moser und die Bühne“, 18.10.2018-22.4.2019

"Klimt Villa" Gustav Klimt Atelier

  • „Klimt lost", 5.5.-31.12.2018

Verschiedene Locations/Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Theorie der Biographie

  • „Das Junge Wien. Natur plus X", 7.3.2018–27.4.2019
Teilen, bewerten und Feedback
Artikel bewerten
Artikel weiterempfehlen

Mit * gekennzeichnete Felder sind verpflichtend.
Die angegebenen Daten und E-Mail-Adressen werden nicht gespeichert oder weiterverwendet.

Von
an
Feedback an die wien.info Redaktion

Mit * gekennzeichnete Felder sind verpflichtend.

Anrede *