Universität, Votivkirche und Café Landtmann

150 Jahre Ringstraße

150 Jahre Ringstraße herunterladen

Am 1. Mai 1865 hat Kaiser Franz Joseph die Ringstraße eröffnet. Sie entstand an jener Stelle, wo früher riesige Stadtmauern das imperiale Zentrum Wiens vor Feinden schützten. Nun sollte hier das damals größte städtebauliche Konzept realisiert werden: Bauten kaiserlicher und erstarkender demokratischer Repräsentation wechselten sich mit Palais des aufstrebenden Bürgertums ab. Im Auftrag des Kaiserhauses wurden etwa Kunsthistorisches und Naturhistorisches Museum, Staatsoper, Neue Burg oder Burgtheater errichtet. Als „Bauten fürs Volk“ entstanden Parlament, Rathaus und Universität. Die jüdische Bevölkerung, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihre vollen Rechte erlangte, hatte die Möglichkeit, Grundstücke entlang der Ringstraße zu erwerben und dort prachtvolle Palais zu errichten (z. B. Palais Ephrussi und Epstein). 27 Cafés beherbergte die Ringstraße in ihrer Hochblüte. Wien war um 1900 nicht nur eine der größten Städte Europas, sondern wurde auch zur Hauptstadt der Musik: Die Walzer- und Operettenklänge der Strauß-Dynastie erlangten Weltruhm. Für das heutige Aussehen der Ringstraße zeichneten die besten Architekten verantwortlich: Theophil von Hansen, Heinrich von Ferstel, Gottfried Semper oder Carl von Hasenauer. Ihre Bauten errichteten sie im Stil des Historismus.

All diese Prachtbauten erstrahlen heute noch in vollem Glanz. Der „Ring“ selbst hat sich im Laufe der vergangenen 150 Jahre aber verändert. Aus der eleganten Flaniermeile der Reichen und Schönen wurde ein moderner Boulevard für alle. Zahlreiche Veranstaltungen finden jährlich hier statt – von der Regenbogenparade bis zum Vienna City Marathon. Und der Abschnitt des Rings beim Donaukanal hat sich zu einem Hot Spot entwickelt: Eine urbane Lokalszene und moderne Architektur locken ein vor allem junges Publikum an.

Im Jubiläumsjahr 2015 wird in Wien der 150. Geburtstag der Wiener Ringstraße gefeiert. Zahlreiche Institutionen haben sich ein spezielles Programm überlegt: Die Secession widmet sich ihrer Baugeschichte (19.3.-11.10.2015). Das Jüdische Museum Wien thematisiert die jüdische Geschichte des Rings (25.3.-18.10.2015). Der Waschsalon im Karl-Marx-Hof zeigt die Schau „Die Ringstraße des Proletariats. Ein Gegenentwurf“ (bis 24.3.2016). Die Nationalbibliothek zeigt in der Ausstellung „Wien wird Weltstadt. Die Ringstraße und ihre Zeit“ von 22.5. bis 1.11.2015 den Wandel Wiens zu einer Großstadt. Der Sommer steht im Unteren Belvedere unter dem Motto „Klimt und die Ringstraße“ (3.7.-11.10.2015). Die Wienbibliothek im Rathaus berichtet „Vom Werden der Wiener Ringstraße“ (30.4.-13.11.2015). Im Musikverein geht’s um die „Musik der Ringstraße (30.10.-23.12.2015). Sonderführungen gibt es im Kunsthistorischen Museum Wien und im Hofmobiliendepot. Das Naturhistorische Museum weitet von April bis Ende 2015 seine Dachführungen (mit grandiosem Blick auf die Ringstraße) aus. Die Universität Wien feiert 2015 ihren 650. Geburtstag. Und mit der Vienna Ring Tram kann man in 25 Minuten den Ring umrunden und erhält spannende Informationen in sieben Sprachen.

 

Infos: www.ringstrasse2015.info

Zahlen und Fakten „150 Jahre Ringstraße“

  • Länge der Ringstraße: 5,3 km
  • Breite der Ringstraße: 56,89 m
  • 2.358 Bäume säumen die Ringstraße (Stand Juli 2013).
  • Rund 800 Objekte wurden an der Ringstraße errichtet.
  • Der Gitterzaun bei der Hofburg (schwarz/gold) ist der weltweit längste noch erhaltene Zaun aus der Zeit des Historismus.
  • Der „Rathausmann“ am Turm des Rathauses ist 3,40 Meter hoch, wiegt 650 kg und hat Schuhgröße 63.
  • Stadtpark, Burggarten, Volksgarten und Rathauspark zusammen bieten Erholung auf 19,5 ha.
  • Die Statue der Pallas Athene vor dem Parlament ist 5,5 m hoch
Teilen, bewerten und Feedback
Artikel bewerten
Artikel weiterempfehlen

Mit * gekennzeichnete Felder sind verpflichtend.
Die angegebenen Daten und E-Mail-Adressen werden nicht gespeichert oder weiterverwendet.

Von
an
Feedback an die wien.info Redaktion

Mit * gekennzeichnete Felder sind verpflichtend.

Anrede *
Anrede